Jugendstil in Aubstadt: Löwen gewinnen 3:2
Die Löwen legten nach dem ersten Saisonsieg nach und gewannen mit 3:2 beim TSV Aubstadt. Mit Emre Erdogan (23.), Fabio Wagner (45.) und Ortivero Calderon (83.) trafen zwei 19-Jährige und ein 18-Jähriger für die Sechzger. Zweimal konnten die Gastgeber in der Schlussphase durch Franz Helmer (78.) und Marco Nickel (89.) verkürzen, trotzdem stand am Ende der Dreier für die Weiß-Blauen fest.
Personal: Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste im unterfränkischen Aubstadt auf die verletzten Felix Weber, Brahim Moumou, Noah Klose und Damjan Dordan verzichten. Paul Bachmann und Edon Krasniqi spielten zeitgleich in der U21 bei der SpVgg Landshut. Es gab drei Veränderungen in der Startelf gegenüber dem 3:0-Erfolg in Memmingen: Für Weber verteidigte Benedikt Hoppe, für Loris Husic spielte Tunay Deniz von Anfang an und die Position des angeschlagenen Raphael Wach übernahm Fabio Wagner.
Spielverlauf: Die Löwen begannen konzentriert, hatten ein optisches Übergewicht und mehr Ballbesitz. Trotzdem kamen die Gastgeber durch Joshua Endres zur ersten Chance. Der Mittelfeldspieler schloss links im Strafraum aus 14 Metern aufs lange Eck ab, Vitus Eicher parierte den Schuss, den Abpraller klärte Lance Fiedler vor Franz Helmer und Timo Pitter (11.). Ansonsten passierte nicht viel vor den Toren. Umso überraschender die 1860-Führung. Julian Bell hatte von rechts geflankt, Michael Eberwein an der Strafraumkante den Ball mit der Brust auf Florian Niederlechner abgelegt, dessen 14-Meter-Dropkick aus halbrechter Position konnte Vladyslav Vertiei im Tor der Unterfranken nur unzureichend klären, die Kugel kam als Bogenlampe zu Emre Erdogan, der vom rechten Fünfmetereck den Keeper überköpfte. Der Ball landete neben dem linken Pfosten zum 1:0 im Tor (23.). Auf der anderen Seite setzte Severo Sturm aus 22-Meter seinen Schuss aus halblinker Position knapp übers lange Eck (26.). Ansonsten bekämpften sich beide Mannschaften sehr intensiv, fighteten um jeden Ball. Einen Freistoß acht Meter vor dem linken Strafraumeck drehte Tunay Deniz mit rechts frech aufs kurze Eck, jedoch ging die Kugel knapp am rechten Pfosten vorbei. Beinahe hätten die Sechzger kurz vor der Pause den Ausgleich kassiert. Sturm hatte links im Strafraum abgezogen, der Ball wurde von einem Abwehrbein noch leicht abgefälscht, dadurch konnte Eicher den Schuss nur nach vorne abwehren, der Richtung langes Eck ging, wo ihn Fiedler endgültig klären konnte (44.). Das Tor fiel fast im Gegenzug. Dennis Dressel hatte nach einer Balleroberung zu Niederlechner gepasst, der steckte für den gestarteten Fabio Wagner durch, der frei vor Vertiei auftauchte, ihm den Ball durch die Beine zum 2:0 ins Tor spitzelte (45.). Danach war Pause.
Beinahe hätten die Unterfranken kurz nach Wiederbeginn den Anschluss erzielt, nachdem Benedikt Hoppe den Ball gegen Helmer am eigenen Strafraum vertändelt hatte, an dessen Hereingabe von links kam Sturm, der aber nur die Querlatte des 1860-Tores traf (53.). Bis auf diese eine Szene hatten die Löwen die Gastgeber sicher im Griff, nach vorne lief aber nicht allzu viel zusammen. Nach einem Schuss von Fiedler forderte der Sechzger-Fanblock unisono Handelfmeter, doch Schiedsrichterin Angelika Söder ließ weiterspielen (69.). In der 78. Minute schaffte Aubstadt den Anschluss. Der eingewechselte Jacob Engel hatte von links geflankt, Helmer kam an der Fünfmeterkante zwischen zwei Löwen an den Ball traf ins rechte untere Eck. Doch fünf Minuten später stellte der eingewechselte Arian Ortivero Calderon den alten Abstand wieder her. Dressel hatte den Ball erobert, passte nach rechts auf den mitgelaufenen Ortivero Calderon, der von der Strafraumkante aufs lange Eck abzog, Vertiei ließ den haltbaren Schuss zum 3:1 unter sich durchrutschen (83.). Doch die Entscheidung war es noch nicht. Wieder war es Engel, der von links geflankt hatte, der eingelaufen Marco Nickel grätschte aus fünf Metern den Ball mit letzter Kraft über die Linie (89.). In der 4. Minute der Nachspielzeit war es erneut Engel, der auf der linken Seite zum Flanken kam, Eicher konnte die Hereingabe wegfausten. Kurz danach war Schluss.
TRAINERSTIMMEN
„Es war eine sehr enge Kiste, ich glaube wir haben es unnötig spannend gemacht, aber trotzdem ist die Freude groß“, sagte Löwen-Trainer Alper Kayabunar direkt nach dem Spiel. „Es war ein sehr schweres Auswärtsspiel, deshalb sind wir froh über die drei Punkte.“ Wieso sein Team am Ende nochmals zittern musste, das müsse man analysieren. „Ich habe im Kreis gesagt, dass wir das Spiel einfach killen müssen. Es war gut, wie wir nach dem Anschlusstreffer gleich das 3:1 schießen. Aubstadt hat am Ende alles probiert, die Bälle einfach in die Box geschossen. Das müssen wir besser verteidigen, vor allem, weil wir zweimal das gleiche Tor kassieren. Es war der zweite Sieg in Folge und das ist, was zählt.“ Trotzdem weiß der 40-Jährige, dass „noch viele Sachen zu verbessern“ sind. „Es ist okay, wenn du zwei Auswärtssiege hintereinander holst, vor allem so schwere. Memmingen hatte noch keinen Punkt abgegeben und Aubstadt noch kein Spiel verloren!“
Aubstadts Trainer Claudiu Bozesan haderte mit der Niederlage. „Wir haben ein bisschen Pech gehabt“, fand er. Anstatt das 1:1 zu schießen, kassierte sein Team kurz vor der Pause das 0:2. „In der 2. Halbzeit waren wir dann die aktivere Mannschaft, sind wieder zurückgekommen.“ Das 1:3 nach dem Anschlusstor in der 78. Minute ärgerte ihn, weil es „ein individueller Fehler war. Und dann kommen wir wieder zurück, haben nach dem 2:3 eine riesige Chance zum 3:3. Ich glaube, dass wir heute mindestens ein Punkt verdient hätten. Sechzig war heute die clevere Mannschaft über die 90 Minuten.“
STENOGRAMM, 5. Spieltag, 18.08.2026, 18.60 Uhr
TSV Aubstadt – TSV 1860 München 2:3 (0:2)
AUB: 28 Vertiei (Tor) – 16 Behr, 3 Hüttl, 23, Feser, 42 Bozesan – 33 Endres, 20 Moll, 29 Nickel, 10 Pitter – 5 Helmer, 11 Sturm.
Ersatz: 1 Hoffmann (Tor) – 7 Barget, 13 Engel, 18 Weiß, 19 Eckstein, 22 Djalek, 24 Nachkebia.
1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 6 Hoppe, 33 Faßmann, 47 Fiedler – 36 Deniz, 14 Dressel – 9 Wagner, 19 Erdogan – 13 Eberwein, 7 Niedrlechner.
Ersatz: 23 Musa (Tor) – 8 Wach, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 18 Collins, 22 Husic, 34 Seiffert, 24 Gevorgyan, 39 Estermann.
Wechsel: Nachkebia für Endress (65.), Weiß für Pitter (65.), Engel für Feser (76.), Djalek für Hüttl (83.) – Leone für Erdogan (60.), Wach für Deniz (60.), Ortivero Calderon für Niederlechner (73.), Seiffert für Wagner (80.).
Tore: 0:1 Erdogan (23.), 0:2 Wagner (45.), 1:2 Helmer (78.), 1:3 Ortivero Calderon (83.), 2:3 Nickel (89.).
Gelbe Karten: Helmer, Sturm, Engel – Dressel.
Zuschauer: 3.000 der NGN-Arena (ausverkauft).
Schiedsrichterin: Angelika Söder (Ochenbruck); Assistenten: Daniel Reich (Heubach), Luca Fritsch (Diepersdorf); Vierter Offizieller: Steffen Stegmann (Rothenbuch)
Information: Das öffentliche Training morgen ist auf 12 Uhr vorverlegt worden.