DFB-Pokal der Löwen gegen Kiel ist ein „Bonus-Spiel“ für den Trainer

Die Löwen empfangen in der 1. Runde des DFB-Pokals Zweitligist KSV Holstein Kiel. Anpfiff der Partie im Grünwalder Stadion ist am Samstag, 22. August 2026 um 18 Uhr. Die Partie ist live bei Sky zu sehen. Außerdem überträgt das Löwen-Radio kostenfrei das Spiel.

Es ist ein ganz anderes Gefühl. Erstmals in dieser Saison gehen die Löwen als Außenseiter in eine Partie. Trotzdem ist es Ansporn, den Favoriten zu ärgern und ihm im Idealfall ein Bein zu stellen. „Für uns ist das ein Bonus-Spiel“, sagt 1860-Chefcoach Alper Kayabunar. „Wir freuen uns auf Kiel und darauf, dass wir nach drei Auswärtsspielen hintereinander wieder zu Hause im Grünwalder Stadion spielen“, erklärt er.

Die Stimmung im Team sei „nach zwei Auswärtssiegen in zwei schweren Spielen“ gut. „Wir wissen, dass es gegen Kiel eine schwere Aufgabe wird, werden alles reinhauen und schauen, was dabei rauskommt.“ Im Pokal sei immer eine Überraschung möglich. „Natürlich wollen wir eine Runde weiterkommen.“

Für Kayabunar ist Kiel ein „sehr guter Zweitligist“. In die Liga sind die Störche mit zwei Unentschieden gestartet. „Sie haben immer gute und nicht so gute Phasen“, hat der Löwen-Coach erkannt. „Kiel ist ein Team, dass den Ball haben will und eine klare Spielidee hat. Wir werden deshalb versuchen, dass eine oder andere in unserem Spiel anzupassen.“ Was das genau ist, wollte Kayabunar nicht verraten.

Ein Spieler ist bei den Norddeutschen bisher herausgestochen. Phil Harres war an allen vier Treffern der Störche (2 Tore, 2 Assists) direkt beteiligt. „Wir haben die ganze Mannschaft unter die Lupe genommen, wissen natürlich, dass er ein sehr gefährlicher Spieler ist. Gerade in der Box, auch mit seinem Abschluss und mit seinem Kopfballspiel. Wir werden versuchen, alles wegzuverteidigen. Das wird sicherlich nicht einfach.“

Die Analyse hat aber auch Schwächen aufgedeckt. „Kiel hat jeweils zwei Tore in beiden Spielen kassiert“, spricht er die Defensivleistung der Störche als neuralgischen Punkt an. Trotzdem sei der Zweitligist der klare Favorit. „Jeder Spieler weiß, dass im Pokal vieles möglich ist – vor allem mit unseren Fans im Rücken. Die letzten Wochen war die Atmosphäre immer gut. Die Fans pushen und motivieren uns, das hilft uns auch über schwierige Phasen hinweg.“

Im Abschlusstraining stand Felix Weber auf dem Platz. Der Innenverteidiger hatte sich in Memmingen eine Rippenverletzung zugezogen, musste in Aubstadt passen. Ob er gegen Kiel wieder in der Startformation steht, wird Kayabunar kurzfristig entscheiden. Dagegen gehört Loris Husic nicht zum Kader. Die Erklärung: „Ihm wurde vom Verein die Möglichkeit gegeben, sich mit anderen Klubs auszutauschen“, sagt der Löwen-Trainer. „Loris hat schon die letzten Tage nicht mittrainiert.“ Sein Abgang wäre für den Trainer ein Verlust, sportlich wie menschlich. Der 18-jährige Österreicher spielt schon seit zehn Jahren für die Löwen. Neben Tunay Deniz und Dennis Dressel sieht Kayabunar in Raphael Wach, Mathew Collins und Damjan Dordan genügend Alternativen für seine Position.

Die obligatorische Frage bei Pokalspielen fehlte auch in dieser Löwenrunde nicht. Ob Elfmeterschießen geübt worden sei und wer als Schütze in Frage käme? „Für uns zählen erst mal die 90 Minuten“, will sich Kayabunar mit Eventualitäten nicht befassen. „Da ist es wichtig, dass wir alles reinhauen. Wenn es zum Elfmeterschießen kommt, haben wir genug erfahrene Spieler im Kader. Wir werden dann zusammen entscheiden, wer ein gutes Gefühl in der Situation hat.“


MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 33 Faßmann, 6 Hoppe, 47 Fiedler – 8 Wach, 14 Dressel – 9 Wagner, 13 Eberwein, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann, 23 Musa (beide Tor) – 4 Weber, 5 Collins, 10 Deniz, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 21 Seiffert, 24 Gevorgyan, 25 Dordan, 34 Krasniqi, 39 Estermann.
Es fehlen: 11 Moumou, 20 Klose, 22 Husic.

KSV: 1 Weiner (Tor) – 32 Sekine, 13 Nekic, 26 Zec, 3 Takahashi – 28 Meffert –Kapralik, 8 Balzi, 15 Davidsen, 10 Therkelsen – 19 Harres.
Ersatz: 41 Rothenhagen
(Tor) – 5 Madsen, 6 Ivezic, 11 de Regt, 17 Alidou, 20 Kapralik, 22 Reimers, 25 Müller, 27 Ugoh, 30 Tasdelen, 40 Parduzi, 46 Medlin, 47 Tolkin, 48 Muqaj.
Es fehlen: 2 Roslyng, 4 Schonlau, 7 Skrzybski, 9 Kvilitaia, 16 Kelati, 23 Rosenboom, 25 Abe.

Schiedsrichter: Felix Weller (Grund); Assistenten: Christian Bandurski (Überruhr), Dominic Stock (Rheda); Vierter Offizieller: Manuel Bergmann (Erbach).

 

Löwenrunde vor #M60KSV