Löwen spielen nur 2:2 – Deniz‘ Kunstschuss & Ziereis‘ Schlussakkord
Die Löwen bleiben zwar weiterhin ungeschlagen, gaben aber mit der letzten Aktion den Sieg aus der Hand. Ausgerechnet Ex-Löwe Markus Ziereis traf in der 3. Minute der Nachspielzeit für die DJK Vilzing zum 2:2-Ausgleich. Florian Niederlechner hatte die Sechzger in Führung gebracht (9.), Nik Leipold glich aus (55.). Tunay Deniz brachte seine Farben mit einem Traumtor erneut in Front (63.), ehe die Oberpfälzer den Schlussakkord setzten.
Personal: Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste im oberpfälzischen Vilzing auf die verletzten Noah Klose, Damjan Dordan und Moritz Seiffert verzichten. Stefan Musa, Edon Krasniqi und Ludwig Estermann spielten zeitgleich in der U21 gegen den FC Gundelfingen. Drei Änderungen gab es im Vergleich zum letzten Liga-Spiel: Julian Bell, der wiedergenesene Felix Weber sowie Fabio Wagner standen für Benedikt Hoppe, Raphael Wach und den verletzten Seiffert in der Startelf. Überraschend stand bei den Oberpfälzern der Ex-Löwe Markus Ziereis nach Verletzung im Kader.
Spielverlauf: Erstmals wurde es vorm 1860-Tor gefährlich. Nach einer Ecke von rechts durch Alexis Fambo passierte die Hereingabe unkontrolliert den Fünfmeterraum, ohne aber dass ein Vilzinger Spieler an den Ball gekommen wäre (4.). Ansonsten gab es in der Anfangsphase wenig Torraumszenen. Gleich die erste Löwen-Chance führte zum Tor. Lance Fiedler fing in der 9. Minute fast an der Mittellinie einen Pass der Oberpfälzer ab, passte sofort auf Florian Niederlechner, Paul Grauschopf griff ihn nicht konsequent an, der Löwen-Torjäger legte sich den Ball auf den rechten Fuß, schloss ab und traf vom Innenpfosten ins rechte Eck zum 1:0 (9.). Ein perfekter Auftakt für die Sechzger! Nach einer kurz ausgeführten Ecke von rechts durch Tunay Deniz kam Dennis Dressel am rechten Strafraumeck zum Abschluss, zielte aufs kurze Eck, doch Torhüter Fabian Eutinger hatte aufgepasst, parierte den gefährlichen Schuss (11.). Sechs Minuten später prüfte Fabio Wagner nach Zuspiel von Niederlechner mit einem 17-Meter-Schuss Eutinger, der den Ball um den linken Pfosten lenkte (17.). In der 22. Minute hatten die Oberpfälzer ihre erste gute Gelegenheit. Mario Kufner hatte von links geflankt, der eingelaufene Josef Gottmeier kam am Elfmeterpunkt zum Abschluss, scheiterte aber mit seinem Kopfball am glänzend reagierenden Vitus Eicher im 1860-Tor. Fast aus dem Stand kam Andreas Jünger aus 20 Metern zum Schuss, die Kugel rauschte nur knapp am linken Pfosten vorbei (25.). Nach einem Freistoß von Fambo von der rechten Strafraumseite schloss Grauschopf am vorderen Fünfmetereck aus der Drehung ab, doch Felix Weber blockte den Schuss per Grätsche zur Ecke (26.). Die Gastgeber drückten in dieser Phase auf den Ausgleich. Nach Zuspiel von Niederlechner kam Wagner rechts an der Strafraumkante zum Schuss, zielte aber knapp über die Querlatte (41.). Beinahe hätten die Löwen kurz vor der Pause einen Fehler des Vilzinger Keepers genutzt, der den Ball genau in die Beine von Tunay Deniz gespielt hatte. Der Mittelfeldspieler passte tief auf den gestarteten Niederlechner, dem aber beim Eindringen in den Strafraum der Ball etwas versprang, sodass sein Gegenspieler klären konnte (43.). Wenig später die nächste Großchance für den Löwen-Torjäger. Nach einem hohen Ball von Weber in den Strafraum köpfte ein Elija Härtl die Kugel genau zu Niederlechner, der frei an der Sechzehnerkante zum Abschluss kam, aber den Ball übers Tor ballerte (44.). Auf der anderen Seite legte Martin Tiefenbrunner sich den Ball auf den linken Fuß, schloss dann halbrechts aus 17 Metern ab, zielte aber weit übers 1860-Tor (45.). Somit ging es mit dem knappen 1:0 für die Sechzger in die Pause.
Kurz nach Wiederanpfiff hatten die Löwen eine gute Konterchance, doch Wagner passte in die Mitte, wo kein Mitspieler mitgelaufen war, anstatt halbrechts an der Strafraumkante selbst abzuschließen (47.). Aus dem Nichts heraus fiel der Ausgleich. Jakob Zitzelsberger hatte Nik Leipold mit dem Rücken zum Tor angespielt. Der nahm den Ball in der Drehung mit, zog nach innen, ließ Lasse Faßmann ins Leere laufen und traf aus 13 Metern ins rechte untere Eck zum 1:1 (55). Einen Freistoß drei Meter vorm linken Strafraumeck zog Deniz mit rechts direkt aufs Tor, nur knapp rauschte die Kugel über den Querbalken (59.). In der 63. Minute hatte Deniz wieder ein Geistesblitz. Mit einem Kunstschuss aus fast 70 Metern überraschte er Eutinger. Zitzelsberger hatte von der Mittellinie den Ball genau vor die Füße von Deniz geklärt, der ihn direkt nahm. Die Kugel segelte über den verdutzten Vilzinger Keeper hinweg und senkte sich ins rechte Eck des verwaisten Tores (63.). Sechs Minuten später versuchte es Deniz halblinks aus 22 Metern, diesmal ging die Kugel knapp am langen Eck vorbei (69.). Glück hatten die Löwen in der 74. Minute, als eine Freistoß-Hereingabe von links durch Fambo frei im Torraum lag und erst im zweiten Versuch geklärt werden konnte. Ein Schuss von Fambo aus 17 Metern im Zentrum blockte Weber entscheidend (77.). Zwei Minuten später hatten die Sechzger die Riesenchance zur Entscheidung. Emre Erdogan hatte von links in die Mitte gepasst, der eigelaufene Ott kam aus acht Metern zum Abschluss, sein Schuss wurde geblockt, Michael Eberwein lupfte den Abpraller vors Tor, wo Niederlechner sich im Fünfmeterraum im Kopfballduell durchsetzte, aber nur die Latte traf (79.). Drei Minuten später kam Deniz im Strafraum nach Zuspiel von Ott zum Abschluss, Eutinger parierte den Ball zur Ecke (82.). Ein Chipball von Ott behauptete Arian Ortivero Calderon gegen die Vilzinger Innenverteidiger, kam halblinks im Strafraum zum Abschluss, setzte die Kugel aber deutlich übers Tor der Gastgeber (89.). Kurz danach kam Eric Uhlmann zu seiner Premiere im 1860-Trikot (89.). Mit der letzten Aktion des Spiels sorgt ausgerechnet Markus Ziereis für den Ausgleich. Frambo hatte von links an den zweiten Pfosten geflankt, wo der eingelaufene Ex-Löwe vollkommen frei zum Kopfball kam, die Kugel aus kurzer Distanz zum 2:2-Endstand über die Linie drückte (90.+3). Direkt danach war Schluss.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Alper Kayabunar war nach Spielschluss der Ärger über das späte Gegentor anzusehen. „Das tut unfassbar weh, wenn du wirklich mit der allerletzten Aktion das Tor kassierst. Aber wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir haben so viele Möglichkeiten, um das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Viele Torchancen, wo wir einfach den Ball nicht reinbringen und dann zitterst du halt bis zum Schluss.“ Und trotzdem findet der 40-Jährige „müssen das einfach besser wegverteidigen. Es kann nicht sein, dass der Spieler, von dem wir wissen, wie gefährlich er ist, alleine in der Box steht.“ Sein Team hätte über die 90 Minuten nicht viel zugelassen haben. „Aber trotzdem haben wir heute wieder zwei Tore kassiert. Wir sprechen es immer wieder an. Das letzte Gegentor hat auch nichts mit Einspielzeit zu tun. Du musst schon die Flanke verhindern, darfst dann den Gegenspier in der Box nicht verlieren. Ich glaube, dass wir einen guten Plan hatten. Wir erzielen die Führung und haben in der 1. Halbzeit einige Abschlussmöglichkeiten, wo wir das zweite Tor nicht machen. Und dann gehen wir durch das Tor von Tunay erneut in Führung, verpassen es dann, das dritte nachzulegen.“
STENOGRAMM, 7. Spieltag, 04.09.2026, 18.60 Uhr
DJK Vilzing – TSV 1860 München 2:2 (0:1)
DJK: 1 Eutinger (Tor) – 36 Zitzelsberger, 5 Grauschopf, 6 Kufner – 3 Fambo, 21 Meyer, 14 Gottmeier, 10 Leipold, 40 Tiefenbrunner – 9 Jünger, 19 Goß.
Ersatz: 33 Weber (Tor) – 2 Raki, 4 Härtl, 8 Sedlaczek, 11 Ziereis, 13 Mihaylov, 17 Blümel, 23 Auburger, 27 Altay.
1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 36 Deniz, 14 Dressel – 9 Wagner, 13 Eberwein, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann (Tor) – 6 Hoppe, 8 Wach, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 18 Collins, 22 Ott, 24 Gevorgyan, 39 Uhlmann.
Wechsel: Härtl für Meyer (32.), Ziereis für Goß (75.), Sedlaczek für Gottmeier (85.), Blümel für Tiefenbrunner (85.) – Ott für Wagner (64.), Wach für Niederlechner (85.), Ortivero Calderon für Erdogan (85.), Uhlmann für Deniz (89.).
Tore: 0:1 Niederlechner (9.), 1:1 Leipold (55.), 1:2 Deniz (63.), 2:2 (90.+3).
Gelbe Karten: Grauschopf –.
Zuschauer: 2.508 Manfred-Zollner-Stadion Vilzing (ausverkauft).
Schiedsrichter: Patrick Krettek (Ried/Neuburg); Assistenten: Ilirjan Morina (Landau/Isar), Maximilian Scheungrab (Aunkirchen); Vierter Offizieller: Johann Fuchs (Teunz).