Der erste Dreier: Löwen besiegen Spitzenreiter Memmingen 3:0

Die Löwen feierten beim bisher verlustpunktfreien Tabellenführer FC Memmingen ihren ersten Saisonsieg in der Regionalliga Bayern. Florian Niederlechner hatte die Sechzger in der ausverkauften Arena Memmingen in der 12. Minute in Führung gebracht. Nach der Pause erhöhte Lance Fiedler (56.), bevor Michael Eberwein kurz vor Schluss für den Endstand sorgte (89.).

Personal: Beim FC Memmingen musste Löwen-Trainer Alper Kayabunar auf die verletzten Brahim Moumou, Noah Klose und Damjan Dordan verzichten. Paul Bachmann, Moritz Seiffert und Edon Krasniqi spielten zeitgleich in der U21 gegen die SpVgg Hankofen-Hailing. Die Startelf blieb im Vergleich zum 2:2 gegen den FC Augsburg II unverändert.

Spielverlauf: Beide Teams agierten in der Anfangsphase mit langen Bällen, doch die Abwehrreihen standen gut. Vor den Toren spielte sich dadurch wenig ab. Die erste gute Chance hatten die Löwen in der 11. Minute nach einem Freistoß von Lance Fiedler aus dem Halbfeld. Die eingelaufenen Felix Weber und Lasse Faßmann kamen am Fünfmeterraum nicht zum Abschluss, der Ball landete bei Michael Eberwein. Der aus dem Rückraum aus 15 Metern mit links die Kugel weit übers Tor schlenzte. Eine Minute später gelang den Sechzger trotzdem der Führungstreffer. Emre Erdogan hatte von links aus vollem Lauf geflankt, Florian Niederlechner rutschte am zweiten Pfosten in den Ball, setzte ihn aus sechs Metern zum 1:0 in die Maschen (12.). Auf der anderen Seite kam Fabian Lutz im Strafraum bei einem Vertikalpass von Kim Paschek einen Tick zu spät, brachte das Zuspiel aus zwölf Metern nicht aufs 1860-Tor (15.). Ein von links mit rechts scharf angeschnittener Eckball von Fiedler kam passgenau zu Weber am ersten Pfosten, der konnte im Fünfmeterraum den Ball per Kopf aber nicht mehr aufs Tor drücken (20.). Nach einem abgewehrten Freistoß der Memminger landete die Kugel bei Pascal Maier, der sie an der Strafraumkante direkt aus der Luft nahm, doch mit seinem schwachen Seitfallzieher hoch aufs rechte Eck Vitus Eicher im Löwen-Tor nicht vor Probleme stellen konnte (28.). Glück hatten die Löwen in der 35. Minute, als Luis Pfaumann bis zur rechten Grundlinie kam, dann den Ball zurück in den freien Raum legte, dort aber kein Mitspieler stand. Paschek kam trotzdem an die Kugel, sein Schuss halblinks von der Strafraumkante aufs rechte Eck klärte Weber für seinen Keeper Eicher an der Fünfer-Linie. Bis zur Pause gab es noch auf beiden Seiten vielversprechende Angriffe, die aber nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. So nahmen die Sechzger die knappe Führung mit in die Kabine.

Ohne personelle Änderungen ging’s in die 2. Halbzeit. Im Anschluss an einen Freistoß von Constantin Kresin aus dem rechten Halbfeld kam Pfaumann zum Kopfball, sein Abschluss ging aber weit übers 1860-Tor (53.) Kurz danach setzte sich Pfaumann halblinks im Laufduell mit Julian Bell durch, setzte die Kugel aber aus zwölf Metern neben den kurzen Pfosten (53.). Das war Glück für die Löwen! Drei Minuten später folgte die Passende Antwort. Eberwein hatte am Strafraum auf links abgelegt, wo der eingelaufene Fiedler frei zum Abschluss kam, die Kugel aus 16 Metern rechts unten im langen Eck zum 2:0 versenkte (56.). In der 61. Minute parierte Eicher einen Schuss von Kresin aufs lange Eck, lenkte den Ball um den rechten Pfosten. Memmingen drängte vehement auf den Anschlusstreffer. 1860-Trainer Alper Kayabunar reagierte, brachte Tunay Deniz und Arian Ortivero Calderon neu ins Spiel (63.). Deniz hatte in der 67. Minute seine erste gute Aktion. Kurz vorm Strafraum pflückte er den Ball aus der Luft, schloss mit dem zweiten Kontakt ab, sein Abschluss landet aber nur auf dem Tor-Dach. Auch Ortivero Calderon unterstrich gleich, wieso ihn der Trainer eingewechselt hatte. Halbrechts setzte er sich im Strafraum durch, kam zum Abschluss, doch Dominik Dewein parierte den Schuss (72.). Bei einem 20-Meter-Schuss von Dressel hatten die Löwen-Fans schon den Torschrei auf den Lippen, aber der Ball ging knapp links am Tor vorbei (73.). Nachdem sich Fiedler bei einem weiten Ball auf der rechten Seite verschätzt hatte, klärte Faßmann die scharfe Hereingabe von Maximilian Dolinski am Fünfmeterraum per Grätsche zur Ecke (81.). Die Löwen überstanden auch die stürmische Schlussphase der Gastgeber. Den Schlusspunkt setzte Eberwein, Halblinks im Strafraum kam er aus 15 Metern zum Abschluss, versenkte die Kugel mit Hilfe des rechten Innenpfostens zum 3:0-Endstand. Damit feierten die Sechzger ihren ersten Saisonsieg gegen den bisher verlustpunktfreien Tabellenführer.

TRAINERSTIMMEN

Löwen-Trainer Alper Kayabunar sprach von einem sehr wichtigen Sieg.“ Die 1. Halbzeit war sehr ausgeglichen, es war sicher nicht das beste Regionalliga-Spiel. Beide Mannschaften haben viele lange Bälle geschlagen. Wir gehen dann durch eine schöne Einzelaktion von Emre Erdogan, die Flo Niederlechner gut verwertet, in Führung.“ Nach der Pause habe seine Mannschaft „mehr Druck auf die Kette von Memmingen gebracht. Dadurch haben wir viele lange Bälle verhindert.“ Nach dem 2:0 durch Lance Fiedler habe sein Team, „das Spiel clever zu Ende gespielt. Es war eine schwere Aufgabe. Aber wir haben uns heute fest vorgenommen, uns zu belohnen und stabil zu stehen. Das ist uns gelungen. Für uns war es auch wichtig, zu Null zu spielen.“

Memmingens Coach Matthias Günes hatte „zwei relativ baugleiche Mannschaften“ gesehen. „Sechzig war gut auf uns vorbereitet, hat wenig Umschaltsituationen zugelassen.“ Der FCM-Trainer monierte, dass die Löwen „durch den ersten guten Moment von Emre Erdogan“ in Führung gegangen seien. „Insgesamt war es eine offene Geschichte. Aber im Gegensatz zu uns hat Sechzig dreimal vor dem Tor eine enorme Qualität gezeigt. Wir hatten sicher nicht weniger Chancen.“ Seinem Team fehle aber noch diese Kaltschnäuzigkeit. „Nach dem 2:0 hat Sechzig das Spiel mit seiner Erfahrung und mit Tunay Deniz sicher heruntergespielt.“


STENOGRAMM, 4. Spieltag, 14.08.2026, 18.60 Uhr

FC Memmingen – TSV 1860 München 0:3 (0:1)

FCM: 22 Dewein (Tor) – 13 Dolinski, 2 Zeller, 4 Schmidt, 18 Paschek – 7 Maier, 29 Rietzler, 16 Fusaro, 23 Kresin – 8 Lutz, 10 Pfaumann.
Ersatz: 1 Unger (Tor) – 3 Gräser, 6 Roth, 9 Kirsamer, 11 Micic, 14 Remiger, 15 Bergmann, 17 Petrovic, 20 Koller.

1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 22 Husic, 14 Dressel – 8 Wach, 19 Erdogan – 13 Eberwein, 7 Niederlechner.
Ersatz: 23 Musa (Tor) – 6 Hoppe, 9 Wagner, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 18 Collins, 24 Gevorgyan, 34 Seiffert, 36 Deniz.

Wechsel: Kirsamer für Maier (59.), Gräser für Fusaro (66.), Remiger für Schmidt (76.), Roth für Paschek (76.), Petrovic für Lutz (76.) – Wagner für Wach (52.), Ortivero Caldero für Niederlechner (63.), Deniz für Husic (63.), Hoppe für Weber (73.), Seiffert für Erdogan (73.).

Tore: 0:1 Niederlechner (12.), 0:2 Fiedler (56.), 0:3 Eberwein (89.).
Gelbe Karten: Schmidt, Pfaumann – Dressel, Erdogan.
Zuschauer: 5.000 in der Arena Memmingen (ausverkauft).
Schiedsrichter: Markus Huber (Wurmannsquick); Assistenten: Christoph Stühler (Oesdorf), Elias Küffner (Pegnitz); Vierter Offizieller: Felix Gärtner (Dauchingen).