Erneut nur ein Punkt für die Löwen beim 1:1 in Illertissen
Die Löwen dominierten nach ausgeglichener 1. Halbzeit im zweiten Durchgang den FV Illertissen, kamen aber über ein 1:1 nicht hinaus. Die Führung von Florian Niederlechner (70.) egalisierte Denis Milic in der 83. Minute. In der Nachspielzeit vergab Emre Erdogan den Lucky Punch.
Personal: Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste in Illertissen auf die verletzten Noah Klose, Raphael Ott und Stefan Musa verzichten. Dazu fehlten krankheitsbedingt Brahim Moumou, Eric Uhlmann, Mark Gevorgyan, Damjan Dordan und Lance Fiedler. Ludwig Estermann spielte zeitgleich in der U21 beim TSV 1874 Kottern.
Spielverlauf: Die erste Chance des Spiels hatten die Gastgeber. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld kam Alessio Hasler halblinks im Strafraum an den Ball, die Direktabnahme aus sieben Metern entschärfte Löwen-Keeper Vitus Eicher mit einem Reflex (3.). Ein 30-Meter-Freistoß von Tunay Deniz kam zu zentral aufs FVI-Tor, so dass Keeper Daniel Adamczyk damit keine Mühe hatte (8.). Ansonsten taten sich die Sechzger in der Anfangsphase schwer auf dem rutschigen Geläuf. In der 17. Minute war es Fabio Wagner, der sich im Strafraum durchsetzte, von der rechten Grundlinie scharf an den zweiten Pfosten flankte, wo Emre Erdogan aus acht Metern zum Flugkopfball ansetzte, aber nur das Außennetz traf (17.). Eine zu kurze Kopfballabwehr landete vier Minuten später bei Florian Niederlechner, der aber etwas überrascht abschloss und den Ball nicht richtig traf, so dass Adamczyk damit keine Probleme hatte (21.). Nicht im Bilde waren die Löwen in der 28. Minute. Nach schnellem Umschaltspiel über die linke Seite passte Jordi Wegmann in die Tiefe, Denis Milic lief frei auf Eicher zu, setzte den Ball im Strafraum aber vor dem 1860-Keeper, der sich vor ihm aufbaute, aus neun Metern rechts am Tor vorbei. Ein Distanzschuss von Dennis Dressel ging deutlich über das Tor von Illertissen (41.). In dieser Phase passierte wenig vor den Toren. Ein Eckball durch Deniz, von der linken Seite mit rechts aufs kurze Eck gedreht, überraschte Adamczyk, der mit Mühe die Hereingabe abwehren konnte (44.). Kurz vor der Pause hatten die Schwaben nochmals eine Konterchance durch Milic, der auf Elidon Qenaj ablegte, aber mit seinem schwachen Abschluss von der Strafraumkante an Eicher scheiterte (45.). Eine Minute später war es erneut Qenaj, der zum Schuss in Sechzehner-Nähe kam, aber auch hier blieb der Löwen-Keeper Sieger (45.+1). Danach war Pause.
Ein erstes Ausrufezeichen in der 2. Halbzeit setzte Kapitän Dressel im Zentrum mit einem 20-Meter-Schuss, den Adamczyk zur Seite abwehren konnte (48.). In der 54. Minute ließ Erdogan auf der linken Strafraumseite Ole Deininger aussteigen, ging die Grundlinie entlang, täuschte einen Pass in die Mitte an, schloss dann aber aus spitzem Winkel ab, der FVI-Keeper hatte jedoch aufgepasst, konnte den Schuss aus kurzer Distanz abwehren. Die Löwen dominierten nun die Partie. Erdogan passte links im Strafraum zurück auf Fabio Wagner, der direkt auf Niederlechner am linken Fünfmetereck weiterleitete, doch der kam nicht kontrolliert ans Zuspiel, brachte die Kugel nicht aufs Tor (60.). Ein Abschluss am rechten Fünfmetereck von Niederlechner konnte ein FVI-Verteidiger im letzten Moment auf Kosten einer Ecke verhindern (64.). beinahe wären die Gastgeber überraschend in Führung gegangen. Eine Hereingabe von links durch Alessio Hasler verpasste Milic am zweiten Pfosten freistehend nur knapp (67.). Das Tor fiel auf der anderen Seite. Eine Ecke von links durch Deniz köpfte Lasse Faßmann am zweiten Pfosten aufs Tor, der Ball wurde geblockt, über den kurz zuvor eingewechselten Cristian Leone und Felix Weber kam die Kugel zu Niederlechner, der im Zentrum aus sechs Metern Adamczyk zum 1:0 überwand (70.). Die Löwen wurden mit der Führung im Rücken leichtsinnig. Nach einer zu kurz geklärten Hereingabe von rechts durch Milic kam Hasler im Zentrum aus neun Metern zum Abschluss, doch Leone warf sich in den Schuss, verhinderte den Ausgleich (76.). In der 83. Minute der Ausgleich. Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld von Shaban Veselaj kam Milic im Zentrum relativ ungehindert zum Kopfball, überwand Eicher zum 1:1. Die Löwen drängten danach auf den Siegtreffer. Michael Eberwein legte per Hacke für Leone auf, doch der traf aus 15 Metern den Ball nicht voll, setzte ihn deutlich über den Kasten (88.). In der 1. Minute der Nachspielzeit hatte Erdogan die Riesenchance zum Lucky Punch. Julian Bell hatte sich auf der rechten Seite durchgesetzt, flankte butterweich ans lange Eck, wo Erdogan aus sechs Metern vollkommen frei zum Kopfball kam, aber die Kugel links neben den Pfosten setzte. Auf der anderen Seite hatte Veselaj nach einem Konter nochmals einen Abschluss. Sein Schuss halbrechts von der Strafraumkante war aber zu schwach (90.+3). Kurz danach war Schluss. Erneut verspielten die Sechzger eine Führung mussten sich mit einem Punkt zufriedengeben.
TRAINERSTIMME
Löwen-Coach Alper Kayabunar hatte ein gutes Spiel seiner Mannschaft gesehen. „Wir haben uns viele Möglichkeiten erarbeitet, wenig Chancen für den Gegner zugelassen. Aber leider stehen wir am Ende nur mit einem Punkt hier“, ärgerte er sich über die verpassten Möglichkeiten. „In der 1. Halbzeit sind wir oft in die Box gekommen, aber die Qualität der Bälle war nicht gut. Das haben wir in der Pause angesprochen. Die 2. Halbzeit war dann besser. Leider haben wir am Ende die eine oder andere Torchance vergeben.“
Der 40-Jährige monierte den fehlenden Druck auf den Gegner. „Wir hatten viel Kontrolle. In der Konstellation heute war es nicht so einfach“, sprach er die prekäre Personal-Situation an. „Gestern nach dem Training ist der ein oder andere Spieler noch weggebrochen. Wir haben zudem auswärts gegen eine richtig gute Mannschaft gespielt, aber wir hätten mehr Druck ausüben, noch mehr Bälle in die Box bringen und den Gegner weiter reindrücken müssen, um noch mehr Torchancen zu erarbeiten.“
Bereits am Dienstag geht es zu Hause gegen die SpVgg Bayreuth weiter. „Ich hoffe, dass der Kader wieder ein bisschen tiefer wird, dass wir mehr Alternativen haben. Das Spiel heute hat sehr viel Kraft gekostet und gegen Bayreuth wird es sicherlich nicht einfacher.“
STENOGRAMM, 13. Spieltag, 10.10.2026, 14 Uhr
FV Illertissen – TSV 1860 München 1:1 (0:0)
FVI: 1 Adamczyk (Tor) – 16 Deininger, 38 Neuberger, 22 Rieder, 23 Heckmann, 19 Wegmann – 17 Cassaniti, 25 Hingerl, 5 Hasler – 11 Milic – 9 Qenaj.
Ersatz: 33 Mayer (Tor) – 2 Delikaya, 4 Kronenberg, 6 Fink, 10 Veselaj, 12 Stojnovic, 15 Ekinci, 20 Constantin, 27 Atak.
1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 33 Faßmann, 4 Weber, 21 Seiffert – 8 Wach, 14 Dressel – 9 Wagner, 36 Deniz, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann, (beide Tor) – 6 Hoppe, 12 Ortivero Calderon, 13 Eberwein, 17 Leone, 18 Collins, 34 Krasniqi.
Wechsel: Stojnovic für Cassaniti (23.), Veselaj für Stojnovic (58.), Atak für Heckmann (82.), Kronenberg für Hingerl (82.) – Leone für Wagner (69.), Eberwein für Niederlechner (78.), Ortivero Calderon für Deniz (89.).
Tore: 0:1 Niederlechner (70.), 1:1 Milic (83.).
Gelbe Karten: Neuberger, Hingerl, Milic– Wach.
Zuschauer: 4.119 im Stadion Illertissen.
Schiedsrichter: Maximilian Ziegler (Lindach); Assistenten: David Kern (Wülfershausen), Maximilian Graf (Mellrichstadt); Vierter Offizieller: Felix Gärtner (Dauchingen).
Alper Kayabunar nach #FVIM60