Kayabunar erwartet gegen die Club-Reserve ein Spiel auf Augenhöhe
Die Löwen empfangen am 10. Spieltag in der Regionalliga Bayern den amtierenden Meister, die U23 des 1. FC Nürnberg. Anpfiff im Grünwalder Stadion ist am Sonntag, 20. September 2026 um 15 Uhr. Der Bayerische Rundfunk (BR) überträgt die ausverkaufte Partie kostenlos im Livestream. Abrufbar ist die Übertragung auf www.br24sport.de, in der BR24-App sowie in der ARD Mediathek.
Als amtierender Regionalliga-Meister tat sich die U23 des Clubs zu Saisonbeginn schwer. Gerade in der Offensive fehlte in den ersten vier Partien bei drei Toren die Durchschlagskraft. Doch in den nächsten vier Spielen traf das Team von Trainer Andreas Wolf gleich 14-mal, holte dabei drei Siege. „Da konnte man sehen, was auf uns zukommt“, kommentierte Löwen-Trainer Alper Kayabunar die zurückgewonnene Stärke der Nürnberger Reserve. Die Startschwierigkeiten bezeichnet der 40-Jährige 1860-Coach als normal für U-Mannschaften. „Aber sie sind jetzt gut in Form und dementsprechend wird es auf jeden Fall eine Herausforderung für uns.“
In den bisherigen acht Partien holten die Löwen drei Siege und fünf Unentschieden. Kayabunar wurde gefragt, was ihn zuversichtlich mache, dass es zum Wiesnstart mit einem Dreier klappt. „Die Zuversicht ist immer groß. Wir haben das letzte Heimspiel gewonnen und haben gegen Fürth ein gutes Spiel gemacht. Leider gab es eine Phase von 15 Minuten, wo wir nicht so präsent waren. Trotzdem hätten wir das Spiel gewinnen können oder auch vielleicht sogar müssen. Dementsprechend selbstbewusst gehen wir in die Partie und wollen den nächsten Heimsieg einfahren.“ Für ihn und sein Team sei jedes Spiel wichtig – unabhängig von der Wiesn, „aber der Besuch macht nach einem Sieg sicher mehr Spaß und das Bier schmeckt den Fans besser“, sagt er mit einem Grinsen.
In diesem Zusammenhang wurde Kayabunar gefragt, ob es eine Ansage an die Mannschaft gibt für die fünfte Münchner Jahreszeit. „Die gibt es nicht. Ich glaube, die Jungs sind erwachsen genug, wissen genau, um was es hier geht.“ Als gebürtiger Münchner ist auch für den Trainer das Oktoberfest wichtig. „Ich persönlich freue mich darauf, mit den Kindern die Wiesn zu besuchen.“
Bei der Frage nach einer möglichen Rotation im dritten Spiel der Englischen Woche zeigte sich Kayabunar etwas zugeknöpft. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich dazu nicht viel sagen kann. Wir werden das nach dem Training bewerten und als Trainerteam entscheiden, wenn wir aufstellen.“
In Fürth nahm der Trainer in der Schlussphase Tunay Deniz – auch im Hinblick auf das Heimspiel gegen die Club-Reserve – vom Feld. Der Mittelfeldspieler zeigte sich von dieser Maßnahme nicht sonderlich begeistert. „Ich habe im Nachhinein noch mal mit ihm geredet. Er war natürlich verärgert, weil er unbedingt der Mannschaft helfen wollte, das Spiel zu gewinnen. Das zeigt seinen Charakter“, brachte Kayabunar Verständnis für den Spieler auf. Trotzdem sei zu berücksichtigen, dass Deniz aus einer langen Kreuzband-Verletzung kam. „Tunay ist für uns sehr, sehr wichtig“, begründet Kayabunar. „Er hatte zwei Spiele in kurzer Zeit und wir haben das nächste vor der Brust.“
Trotz der vielen Remis, die teilweise sehr ärgerlich waren, zeigen die Fans mit ihrem Team bisher viel Geduld. „Die Erwartungshaltung ist natürlich sehr groß – auch bei mir. Ich bin sehr ehrgeizig, will jedes Spiel gewinnen, bin sauer, wenn es nicht gelingt. Aber trotzdem müssen wir wissen, wo wir herkommen.“ Viele hätten auf diesem Level noch nicht gespielt. „Es ist einfach ein Prozess, bei dem wir uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln. Wir wollen Kontrolle haben, immer wieder Druck erzeugen. Wir waren fast in jedem Spiel die bessere Mannschaft.“ Als Trainer sei er mit der Art und Weise des eingeschlagenen Wegs sehr zufrieden. „Wenn wir diesen so weitergehen, kommen die Ergebnisse von allein“, ist sich Kayabunar sicher.
Gegen die Club-Reserve sind die Sechzger vom Papier nicht unbedingt Favorit. „Wir spielen daheim und wollen dort jedes Spiel gewinnen“, stellt Kayabunar klar. „Nürnberg ist eine sehr gute Regionalligamannschaft, die Spieler richtig gut ausgebildet. Es wird sicherlich ein sehr schweres Spiel für uns.“ Gerade die Unterstützung der Fans im mit 15.000 Zuschauer ausverkauften Grünwalder Stadion gäbe nochmals einen besonderen Push. „Das ist ein Bonus für uns, wenn wir so angefeuert werden. Es kann aber auch Motivation für den Gegner sein. Für viele ist es das Spiel ihres Lebens.“
Personell kann Kayabunar am Sonntag aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die im Aufbau befindlichen Noah Klose und Moritz Seiffert fehlen. „Ansonsten gibt es keine angeschlagenen Spieler“, erklärt der Trainer.
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
1860: 30 Eicher (Tor) – 24 Gevorgyan, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 36 Deniz, 14 Dressel – 9 Wagner, 13 Eberwein, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann, 23 Musa (beide Tor) – 2 Bell, 5 Collins, 6 Hoppe, 8 Wach, 11 Moumou, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 18 Uhlmann, 22 Ott, 25 Dordan, 34 Krasniqi, 39 Estermann.
Es fehlen: 20 Klose, 21 Seiffert.
FCN: 33 Gutaj (Tor) – 49 Dibamba, 22 Kaiser, 5 Menig, 3 Gjini - 16 Klos, 6 Fuchs, 42 Horst - 21 Üstel, 9 Chiumento, 39 Skowronek.
Ersatz: 31 Pohlmann (Tor) – 4 El Haija, 8 Hagmeyer, 10 Kirsch, 17 Wiezorrek, 18 Schulten, 19 Eichner, 20 Rau, 24 Heß, 25 Haxhiu, 30 Taye.Rau.
Es fehlen: 41 Kracht.
Schiedsrichter: Andreas Hummel (Betzigau/Wildpoldsried); Assistenten: Jonas Krzyzanowski (Neuburg/Donau), Tim Bruckner (Waltenhofen-Hegge); Vierter Offizieller: Dennis Martin (Grafenwöhr).