Löwen mit Unentschieden gegen FCA II
Die Löwen mussten sich bei der Heimpremiere gegen den FC Augsburg II mit einem 2:2 begnügen. Michael Eberwein per Handelfmeter (15.) und Florian Niederlechner per Flugkopfball (21.) sorgten für eine 2:0-Führung. Der Anschlusstreffer kurz vor der Pause durch Thomas Kastanaras fiel überraschend (45.). In der 74. Minute bestrafte Aris Malaj die Sechzger, die nicht mehr so konzentriert und aggressiv wirkten, mit dem Ausgleich.
Personal: Im ersten Heimspiel der Saison 2026/2027 musste Löwen-Trainer Alper Kayabunar auf die verletzten Brahim Moumou, Noah Klose und Damjan Dordan verzichten. Paul Bachmann, Moritz Seiffert und Edon Krasniqi spielten fast zeitgleich in der U21 beim FSV Pfaffenhofen. Eine Änderung in der Startelf gab es im Vergleich zum ersten Spiel in Schweinfurt. Loris Husic rückte für Cristian Leone ins Team.
Spielverlauf: Den ersten Schuss aufs 1860-Tor gab Ex-Löwe Lukas Aigner ab. Sein Freistoß aus 25 Metern ging aber deutlich über die Querlatte (2.). Nach einem flach von Julian Bell hereingetretenen Eckball von rechts verlängerte Lasse Faßmann die Kugel mit der Hacke Richtung Tor, die Augsburger bekamen die Situation nicht geklärt, am Ende war es Loris Husic, der von der Fünfmeterkante über das FCA-Tor schoss (6.). In der 14. Minute herrschte erneut Hektik im Augsburger Strafraum nach einer Hereingabe von links durch Florian Niederlechner. Raphael Wach kam zwar mit dem Kopf nicht an den Ball, dafür Bell hinter ihm, der aus acht Metern volley abzog, sein Torschuss wurde von einem FCA-Spieler mit dem Arm geblockt. Schiedsrichter Johannes Wagner entschied sofort auf Elfmeter. Michael Eberwein lief an, verlud Keeper Tom Heinz Wisbreit und traf wuchtig links zur 1:0-Führung (15.). Was für ein Treffer in der 21. Minute! Lasse Faßmann hatte vertikal von der Mittellinie in die Tiefe auf Emre Erdogan gepasst, der machte einen Übersteiger, überflankte dann von links mit dem rechten Außenrist Keeper Wisbreit, Niederlechner warf sich am langen Eck in die Hereingabe, traf per Flugkopfball zum 2:0. Ein Distanzschuss von Wach halblinks aus 20 Metern rauschte nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (28.). Ein Abpraller landete in der 31. Minute bei Niederlechner, der zog sofort aus zwölf Metern ab, doch diesmal konnte der Schlussmann der Fuggerstädter den Einschlag verhindern.
Die Löwen hätten zu diesem Zeitpunkt schon höher führen können, die Gäste fanden offensiv überhaupt nicht statt. Nach einem Pass von Loris Husic in den Lauf von Erdogan flankte dieser von links in die Mitte, Niederlechner verpasste, aber Wach kam an den Ball, umspielte noch einen Augsburger, zog dann mit links aus neun Metern ab, traf aber nur den linken Außenpfosten (37.). Einen 18-Meter-Schuss von Wach aus halbrechter Position aufs lange Eck konnte Wisbereit gerade noch zur Seite abwehren (41.). Aus dem Nichts heraus erzielten die Schwaben den glücklichen Anschlusstreffer nach einem zweifelhaften Freistoß von der linken Seite. Diesen hatte Bentley Baxter Bahn fast von der Außenlinie nach innen geflankt, über Umwege kam der Ball zu Thomas Kastanaras, der per Seitfallzieher aus acht Metern zum 1:2 traf (45.). Kurz danach war Pause.
Gerade mal 30 Sekunden nach Wiederanpfiff prüfte FCA-Torschütze Kastanaras mit einem Schuss aus 13 Metern Vitus Eicher, doch der tauchte ab, begrub den Ball sicher unter sich (46.). Es dauerte etwas, bis die Sechzger wieder ins Spiel gefunden hatten. Lance Fiedler kam in der 52. Minute an der Strafraumkante zum Abschluss, verzog aber deutlich. Einen Freistoß von Bahn aus ähnlicher Position wie beim 1:2 klärte Faßmann mit dem Kopf zur Ecke (63.). Keine Minute nach seiner Einwechslung prüfte Cristian Leone Wisbreit mit einem Schuss aus spitzem Winkel aufs kurze Eck (66.). Drei Minuten später forderten die Löwen vehement Elfmeter, nachdem Leone im Strafraum umgestoßen worden war, doch Schiri Wagner war es zu wenig für einen Pfiff (69.). Trotzdem waren die Sechzger nach der Hereinnahme von Leone und Arian Ortivero Calderon wieder offensiv präsenter. Das Tor machten aber die Schwaben. Nach einer Linksflanke von Franz-Xaver Bleicher aus dem Halbfeld kam der eingelaufene Aris Malaj am zweiten Pfosten vollkommen frei zum Abschluss, überwand Eicher per Flugkopfball-Aufsetzer zum 2:2 (74.). Die Sechzger wollten sich mit einer Punkteteilung nicht zufriedengeben, klare Chancen blieben in der Schlussphase jedoch aus. In der 84. Minute konnte Ortivero Calderon im Strafraum im letzten Moment am Abschluss gehindert werden. Ansonsten tickte die Uhr gnadenlos runter. Am Ende stand wie beim Auftakt in Schweinfurt ein 2:2 auf der Anzeigetafel und die Gewissheit, dass die Regionalliga Bayern für die Löwen kein Selbstläufer wird.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Alper Kayabunar zeigte sich vom Ergebnis enttäuscht. „Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen, haben 2:0 geführt und verpasst, mit dem 3:0 das Spiel zu killen“, ärgerte er sich, dass sein Team nicht frühzeitig alles klar gemacht hatte. „Das 1:2 zur Pause ist maximal bitter. In der 2. Halbzeit haben wir dann zu wenig gemacht, kassieren das 2:2 viel zu leicht“, monierte der 40-Jährige. „Wir wollten heute unbedingt den Fans einen Sieg schenken für die unfassbare Unterstützung.“ Es hätte aber in einigen Phasen des Spiels die Kontrolle gefehlt. „Wir haben viel zu schnell den Ball geschlagen. Das stört mich!“ Trotzdem habe er erneut einen Fortschritt bei seiner Mannschaft gesehen – „gerade in der 1. Halbzeit!“
FCA-Coach Markus Feulner sprach von einem intensiven Spiel. „Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt. Wir sind verdient in Rückstand geraten. Der Anschlusstreffer vor der Pause war glücklich“, lautete sein Resümee. Der Ex-Profi musste zugeben, dass seine junge Mannschaft sich in den ersten 45 Minuten extrem von der Atmosphäre beeindruckt zeigte. „Die Unsauberkeiten im Passspiel sind auch auf die Kulisse zurückzuführen. Die Jungs haben sich herausgearbeitet und das in der 2. Halbzeit überwunden. Kompliment, dass sie in dieser Situation ihr Herz in die Hand genommen haben.“ Ansonsten lobte Feulner die „Top-Bedingungen“ im Grünwalder Stadion. „Das war ein Riesenerlebnis.“
STENOGRAMM, 3. Spieltag, 07.08.2026, 18.60 Uhr
TSV 1860 München – FC Augsburg II 2:2 (2:1)
1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 22 Husic, 14 Dressel – 8 Wach, 19 Erdogan – 13 Eberwein, 7 Niederlechner.
Ersatz: 23 Musa (Tor) – 6 Hoppe, 9 Wagner, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 18 Collins, 24 Gevorgyan, 36 Deniz, 39 Estermann.
Es fehlen: 20 Klose, 25 Dordan.
FCA II: 22 Wisbereit (Tor) – 5 Atemkeng Afuetozia, 3 Lichtensteiger, 19 Aigner, 13 Guha – 11 Malaj, 17 Bahn, 18 Ruf, 23 Sakar – 27 Hangl, 31 Kastanaras.
Ersatz: 1 Jäger (Tor) – 4 Hummel, 7 Yaman, 8 Bleicher, 9 Dreo, 14 Nana, 16 Cömert, 25 Mühlbauer, 33 Schumacher.
Wechsel: Leone für Erdogan (65.), Ortivero Calderon für Niederlechner (65.), Collins für Husic (80.) – Bleicher für Guha (65.), Yaman für Hangl (65.), Hummel für Atemkeng (70.), Nana für Kastanaras (82.), Schumacher für Aigner (82.).
Tore: 1:0 Eberwein (15., Handelfmeter), 2:0 Niederlechner (21.), 1:2 Kastanaras (45.), 2:2 Malaj (74.).
Gelbe Karten: Eicher – Hangl, Bahn, Nana.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Johannes Wagner (Zuchering); Assistenten: Maximilian Hafeneder (Holzkirchen), Ken Eichentopf (Mauern); Vierter Offizieller: Manfred Sieger (München).