Löwen schenken zum Wiesnausklang kräftig ein: 4:0-Sieg über Ansbach

Die Löwen schenkten zum Wiesnausklang den Gästen von der SpVgg Ansbach gleich viermal ein. Dabei lief es in der torlosen 1. Halbzeit alles andere als rund. Das Tor von Felix Weber in der 50. Minute war der Anstich zu einer furiosen zweiten Hälfte. Florian Niederlechner (58.), Fabio Wagner (63.) und Tunay Deniz mit einem Freistoßtor aus 30 Metern legten nach (79.). Damit blieben die Sechzger in den beiden Wiesnheimspielen ohne Gegentreffer.

Personal: Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste gegen die SpVgg Ansbach auf die verletzten Dennis Dressel und Noah Klose verzichten, Damjan Dordan fehlte krankheitsbedingt. Brahim Moumou und Ludwig Estermann hatten am Abend zuvor in der U21 gegen den TSV 1860 Rosenheim gespielt (4:0), Edon Krasniqi befindet sich bei der kosovarischen U19-Nationalmannschaft. Stefan Musa stand als überzähliger Torhüter nicht im Kader.

Spielverlauf: Die ersten gefährlichen Aktionen der Partie hatten die Mittelfranken.  Erst musste Lance Fiedler eine Hereingabe von rechts am zweiten Pfosten zur Ecke klären. Im Anschluss an diese war es Matthias Hahn, der an die Flanke kam, aber den Ball per Kopf nicht voll traf, sodass er rechts am Tor vorbeiging (3.). Fast im Gegenzug bediente Raphael Wach den gestarteten Florian Niederlechner, der über halbrechts auf Torwart Nils Leidenberger zulief, aber aus 14 Metern die Kugel neben den linken Pfosten setzte (5.). Drei Minuten später war es Mark Gevorgyan, der einen Schuss von Riko Manz aus neun Metern im letzten Moment zur Ecke blockte (8.). An eine Hereingabe von Mirko Puscher aus dem rechten Halbfeld kam Puscher am zweiten Pfosten vollkommen freistehend heran, konnte den Ball aber aus zwölf Metern nicht mehr aufs 1860-Tor lenken (12.). Wach nahm einen abgewehrten Ball fünf Meter vor der Strafraumkante im Zentrum direkt, zielte nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (23.). Insgesamt war es nach einem Viertel der Spielzeit eine zähe Partie mit vielen Fehlern auf Seiten der Sechzger, wodurch es selten gelang, die kompakte Defensive der Mittelfranken zu überspielen. Ein Distanzschuss vom linken Strafraumeck von Tunay Deniz landete neben dem kurzen Pfosten am Außennetz (33.). Nach einem Lapsus von Vitus Eicher musste Lasse Faßmann auf der Linie den Schuss von Puscher für seinen geschlagenen Torhüter retten (36.). Kurz danach hielt Eicher einen 15-Meter-Schuss von Björn Angermeier aufs kurze Eck im Nachfassen fest (37.). Im direkten Gegenzug hatten die Löwen die größte Chance bis zu diesem Zeitpunkt. Emre Erdogan hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt, legte von der Grundlinie zurück an den Elfmeterpunkt, wo Ott vollkommen frei zum Abschluss kam, aber Lucas Beetz kam angerauscht, grätschte in den Abschluss und konnte ihn am Tor vorbeilenken (37.). Kurz danach flankte Ott von der rechten Grundlinie an den zweiten Pfosten, Niederlechner stieg hoch, aber konnte den etwas zu hoch angesetzten Ball per Kopf nicht mehr aufs Tor drücken (39.). Die Sechzger schafften es in dieser Phase erstmals, Ansbach unter Druck zu setzen. Trotzdem ging es torlos in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff die Führung für die Hausherren. Die Löwen schalteten nach Ballgewinn schnell um, der Ex-Ansbacher Fabio Wagner drang über rechts in den Strafraum ein, passte in die Mitte, wo Niederlechner am vorderen Fünfmetereck den Ball für den hinter ihm eingelaufenen Felix Weber passieren ließ. Aus kurzer Distanz beförderte der Innenverteidiger die Kugel zum 1:0 über die Linie (50.). Acht Minuten später das 2:0. Im Anschluss an eine Ecke von links durch Tunay Deniz kam Niederlechner am zweiten Pfosten zum Kopfball, wuchtete die Kugel aus fünf Metern ins kurze Eck (58.). Zwei Minuten später fast die identische Szene. Diesmal kam Faßmann nach Deniz-Eckball zum Abschluss, köpfte den Ball aber übers Tor (60.). Das Tor gelang in der 63. Minute Wagner. Erdogan hatte an der rechten Eckfahne Dietrich düpiert, passte zu Gevorgyan im Strafraum, der legte nach rechts auf den gestarteten Wagner ab, der am rechten Fünfmetereck zum Abschluss kam, den Ball mit Wucht zum 3:0 im Ansbacher versenkte. Erdogan vergab in der 70. Minute die Riesenchance zum 4:0. Nach Zuspiel von Gevorgyan im Strafraum stand er halblinks vollkommen frei, brachte aber nur einen Roller aufs Tor, mit dem Keeper Leidenberg keine Probleme hatte. Das holte Deniz nach. Der Mann für besondere Tore setzte einen 30-Meter-Freistoß mit rechts genau neben den linken Pfosten ins Ansbacher Tor (79.). Einfach genial! In der Schlussphase schöpfte Alper Kayabunar sein Wechselkontingent komplett aus, am Ergebnis änderte das aber nichts mehr.

TRAINERSTIMMEN

Alles andere als zufrieden war Löwen-Trainer Alper Kayabunar mit der 1. Halbzeit. „Wir haben das nicht auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten, das Tempo hochhalten und uns in offene Räume bewegen.“ Auch die Boxbesetzung bemängelte der 40-Jährige. „In der einen oder anderen Situation hatten wir Glück. Das haben wir ganz klar in der Halbzeit angesprochen, was wir von den Jungs sehen wollen.“ Dabei sei er etwas lauter geworden. „Wir kommen mit mehr Energie aus der Pause. Das Tor von Felix Weber zu Beginn der 2. Halbzeit tut uns gut.“ Die Tore seien zum richtigen Zeitpunkt gefallen. Besonders freute Kayabunar, dass der zweite Treffer nach einem Standard fiel, „weil wir daran wieder gearbeitet haben. Die Chancenverwertung in der 2. Halbzeit war richtig gut. Natürlich freuen wir uns auch über das zu Null.“ Das Erfolgserlebnis sei wichtig für die Mannschaft. Ein besonderes Lob hatte der Trainer zudem für Fabio Wagner parat, der den verletzten Raphael Ott ersetzte. „Er hat das erste Tor vorbereitet, das dritte selbst erzielt und viel Tempo und Energie reingebracht. Genau das, was uns in der 1. Halbzeit gefehlt hatte.“

Ansbachs Coach Niklas Reutelhuber zeigte sich mit den ersten 45 Minuten seines Teams hochzufrieden. „Es war eine sehr gute 1. Halbzeit von uns. Wir waren sehr aggressiv, gut in den Zweikämpfen. Sechzig hatte relativ wenig Ballbesitz.“ Seine Mannschaft hätte zwei, drei gute Möglichkeiten gehabt, um in Führung zu gehen. „Leider machen wir das Tor nicht und kriegen kurz nach der Pause das 0:1. Das war nicht mal das Problem in der 2. Halbzeit. Gekillt hat uns der zweite Gegentreffer nach einer Ecke. Wenn du hier zwei Standardtore bekommst, dann kannst du nicht gewinnen – das gilt eigentlich für jedes Regionalligaspiel. Danach waren die Köpfe unten, die Energie war nicht mehr da. Sechzig hatte dadurch das Stadion hinter sich und spielte danach mit der doppelter Energie. Nach dem 0:2 war es eine klare Angelegenheit!“


STENOGRAMM, 12. Spieltag, 03.10.2026, 14 Uhr

TSV 1860 München – SpVgg Ansbach 09 4:0 (0:0)

1860: 30 Eicher (Tor) – 24 Gevorgyan, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 8 Wach, 18 Uhlmann – 22 Ott, 36 Deniz, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann, (Tor) – 2 Bell, 6 Hoppe, 9 Wagner, 12 Ortivero Calderon, 13 Eberwein, 17 Leone, 18 Collins, 34 Seiffert.

A09: 30 Leidenberger (Tor) – 21 Puscher, 25 Weeger, 23 Hahn, 2 Beetz, 29 Manz – 24 Müller, 6 Dietrich – 8 Angermeier, 10 Kroiß – 7 Nuhanovic.
Ersatz: 1 Schiefer (Tor)
– 11 Mata, 15 Oberseider, 16 Gesell, 17 Schmidt, 18 Althaus, 27 L. Stauber, 28 Hayer, 31 Ücüncü.

Wechsel: Wagner für Ott (45.), Leone für Niederlechner (72.), Hoppe für Faßmann (84.), Collins für Erdogan (84.), Ortivero Calderon für Deniz (84.) – Althaus für Nuhanovic (66.), Schmidt für Puscher (66.), Mata für Dietrich (66.), Oberseider für Beetz (77.), L. Stauber für Kroiß (77.).

Tore: 1:0 Weber (50.), 2:0 Niederlechner (58.), 3:0 Wagner (63.), 4:0 Deniz (79.).
Gelbe Karten: – Dietrich.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Felix Grund (Haidlfing); Assistenten: Raphael Salzberger (Mühldorf), Patrick Meixner (Rinnenthal); Vierter Offizieller: Steffen Stegmann (Rothenbuch).

 

Pressekonferenz nach #M60A09