Drama mit Happyend: Löwen besiegen Bayreuth 2:1 in Unterzahl
Die Löwen setzten ihre Heimserie fort, mussten aber nach drei Zu-Null-Spielen beim 2:1-Sieg über die SpVgg Bayreuth wieder ein Gegentor im Grünwalder Stadion hinnehmen. Michael Eberwein hatte die Sechzger in Führung gebracht (25.). Kurz nach der Gelb-Roten Karte für Lance Fiedler glich Patrick Scheder für die Gäste aus (68.). In Unterzahl erzielte Eric Uhlmann per 20-Meter-Freistoß in den Winkel den vielumjubelten Siegtreffer (80.).
Personal: Löwen-Trainer Alper Kyabunar musste gegen die SpVgg Bayreuth auf die verletzten Brahim Moumou, Noah Klose, Raphael Ott, Stefan Musa, Damjan Dordan und Tunay Deniz verzichten. Krankheitsbedingt fehlte Fabio Wagner. Nicht im Kader stand Ludwig Estermann.
Spielverlauf: Erstmals wurde es in der 4. Minute nach einem Konter der Bayreuther für die Löwen gefährlich. Patrick Scheder drang in den Strafraum ein, doch Lasse Faßmann konnte ihn mit fairem Körpereinsatz gerade noch vom Ball trennen. Keinen sicheren Eindruck machte Vitus Eicher bei einem Schuss von Marlon Fries aus 18 Metern. Der 1860-Keeper ließ den Ball nach vorne wegprallen, musste dann gegen den nachsetzenden Scheder Kopf und Kragen riskieren, um seinen Fehler auszubügeln (10.). Auf der anderen Seite kam Cristian Leone im Zentrum nach Zuspiel von Michael Eberwein aus 17 Metern zum Abschluss, sein Schuss aufs linke Kreuzeck holte Lino Kasten aus dem Winkel. Den anschließenden Eckball von Lance Fiedler klärte ein Bayreuther vor Eberwein übers eigene Tor zur erneuten Ecke (12.). Abstimmungsprobleme verhinderten in der 18. Minute die Löwen-Führung. Eberwein hatte sich auf der linken Strafraumseite durchgesetzt, legte quer in die Mitte, doch Florian Niederlechner war bereits vor dem Ball, Leone zu weit entfernt. So konnten die Wagnerstädter die brenzlige Situation klären. Ein Standard war der Ausgangspunkt für die Führung. Eine Ecke von links drehte Lance Fiedler mit rechts scharf vors Tor, Eberwein war mit dem Kopf am Fünfmeterraum zur Stelle, setzte die Kugel mit Hilfe der Lattenunterkante zum 1:0 ins rechte Eck (24.). Ein abgefälschter 18-Meter-Schuss von Dennis Dressel landete genau in den Armen von Kasten (28.). Die nächste Ecke von links durch Fiedler brachte erneut Gefahr, doch diesmal war ein Bayreuther vor Eberwein mit dem Kopf dran, hätte aber beinahe den Ball ins eigene Tor verlängert. Nur knapp ging er rechts vorbei (31.). Was für eine Möglichkeit für die Gäste in der 39. Minute. Nach einer Rechtsflanke kam der eingelaufene Dominic Schmid an der Fünfmeterkante frei zum Kopfball, setzte die Kugel aber links neben das 1860-Tor. Vier Minuten später kam Schmidt erneut aus acht Metern zum Kopfball, doch diesmal tauchte Eicher ab, holte die Kugel aus dem rechten unteren Eck (43.). Eine Rechtsflanke von Leone legte Eberwein direkt für Emre Erdogan auf, der nahm den Ball aus 17 Metern aus der Luft, zielte aber übers linke Kreuzeck (45.+1). Kurz danach war Pause.
Direkt nach Wiederanpfiff prüfte Leone mit einem satten Schuss vom rechten Strafraumeck Kasten, der sich aber nicht überraschen ließ (46.). Nach einer Ecke von links köpfte Edwin Schwarz zum vermeintlichen 1:1 ein, aber vorher war Fiedler beim Einlaufen von Scheder umgerissen worden. Schiedsrichter Elias Wörz gab den Treffer nicht. Eine Distanzschuss aus 20 Metern von Eric Uhlmann konnte Keeper Kasten gerade noch um den rechten Pfosten lenken (60.). In der 64. Minuten war Schluss für Fiedler. Bereits Gelb vorbelastet unterband er einen aussichtsreichen Angriff der Oberfranken per Foul, sah folgerichtig Gelb-Rot. Vier Minuten später war es passiert. Pierre Weber hatte von rechts geflankt, Scheder kam zwischen Felix Weber und Faßmann zum Kopfball, setzte die Kugel aus sieben Metern ins lange, rechte Eck zum 1:1 (68.). Wieder konnte sich ein gegnerischer Stürmer im Luftduell gegen die Innenverteidiger der Sechzger durchsetzen! Bei einem vielversprechenden Angriff rammte Schwarz abseits des Geschehens Niederlechner um, Schiedsrichter Wörz sah dies, ließ zunächst Vorteil gelten, pfiff dann aber Freistoß und zeigte dem Übeltäter Gelb. Uhlmann legte sich die Kugel zurecht, wuchtete sie aus 20 Metern ins linke Kreuzeck zur erneuten Löwen-Führung (80.). Ein 16-Meter-Schlenzer von Micah Ham aufs linke untere Eck wurde sichere Beute von Eicher (87.). Bei einem Entlastungsangriff traf Julian Bell mit seinem Schuss nur das rechte Außennetz (90.). Ansonsten standen die Löwen tief in der eigenen Hälfte, stemmten sich zu Zehnt gegen den neuerlichen Ausgleich. Vier Minuten gab’s obendrauf. Doch mit Unterstützung und leidenschaftlichem Kampf überstanden die Sechzger auch die Schlussoffensive der Gäste, feierten den vierten Heimsieg in Folge.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Alper Kayabunar sprach von einem harten Kampf. „Wir sind sehr gut gestartet und verdienterweise in Führung gegangen. Die letzten sechs, sieben Minuten vor der Pause hatten wir Probleme und Glück, das wir nicht den Ausgleich bekommen.“ Die 2. Halbzeit hätte ausgeglichen begonnen, so der 40-Jährige. „Mit der Gelb-Roten Karte gegen Lance Fideler hat sich das Spiel verändert.“ Relativ schnell sei das 1:1 gefallen. „Die Jungs haben sich das danach verdient, schießen das 2:1 und verteidigen in der Schlussphase alles weg.“ Das Freistoßtor von Eric Uhlmann habe ihn „sehr an die Qualität von Tunay Deniz“ erinnert. „Die Mannschaft verdient aufgrund der Personalsituation großen Respekt.“ Am Sonntag geht es bereits weiter mit dem Spiel gegen den FC Bayern II. „Heute genießen wir erst mal den Sieg, dann schauen wir morgen weiter und hoffen, dass der eine oder andere zum Derby zurückkommen wird.“
Bayreuths Trainer Lukas Kling war trotz der Niederlage „stolz auf die Truppe. Wir haben bis zum 0:1 gebraucht, um ins Spiel zu finden. In dieser Phase hatten wir keinen Zugriff. Danach war es ein ausgeglichenes Spiel.“ Den Auftritt seines Teams in der 2. Halbzeit bezeichnete der Trainer als „sehr gut. Wir erzielen das 1:1, sind am zweiten Treffer dran, machen dann in einer Aktion zwei Fehler und Sechzig das 2:1.“ Dadurch sei es ein verdienter Sieg für die Sechzger.
STENOGRAMM, 14. Spieltag, 13.10.2026, 18.60 Uhr
TSV 1860 München – SpVgg Bayreuth 2:1 (1:0)
1860: 30 Eicher (Tor) – 24 Gevorgyan, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 8 Wach, 14 Dressel – 17 Leone, 13 Eberwein, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann, (Tor) – 2 Bell, 6 Hoppe, 9 Gosalci, 12 Ortivero Calderon, 18 Collins, 22 Seiffert, 34 Krasniqi, 39 Uhlmann.
BAY: 45 Kasten (Tor) – 7 Fries, 22 Jeck, 5 Schwarz, 16 Zietsch – 18 Schmidt, 6 Latifovic – 12 Weber, 11 Doll – 8 Scheder, 9 Onuigwe.
Ersatz: 25 Zahaczewski (Tor) – 4 Schäffner, 13 Kraus, 19 Lennerth, 23 Stöcker, 28 Dachsbacher, 37 Gindel, 40 Ham, 44 Heinle.
Wechsel: Seiffert für Gevorgyan (46.), Uhlmann für Wach (57.), Bell für Leone (70.), Ortivero Calderon für Niederlechner (86.) – Ham für Doll (37.), Heinle für Fries (86.), Kraus für Weber (86.)
Tore: 1:0 Eberwein (24.), 1:1 Scheder (68.), 2:1 Uhlmann (80.).
Gelbe Karten: Eberwein – Schmidt, Fries, Schwarz.
Gelb-Rote Karten: Fiedler (64.) – .
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Elias Wörz (Friesenried); Assistenten: Sebastian Stadlmayr (Donaumünster-Erlingshofen), Julius Egen-Gödde (Kaufering); Vierter Offizieller: Michael Streit (Ochsenfurt).
Pressekonferenz nach #M60BAY