O’zapft is mit zwei Schlägen: Löwen besiegen Club-U23 mit 2:0

Die Löwen feierten zum Wiesnstart einen souveränen 2:0-Erfolg über die U23 des 1. FC Nürnberg. Tunay Deniz hatte die Sechzger per Foulelfmeter kurz nach der Pause in Führung gebracht (47.), Felix Weber traf, ebenfalls nach einem Standard, zum Endstand (66.). Mit dem Sieg sprangen die Sechzger in der Tabelle auf Platz drei.

Personal: Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste gegen die U23 des 1. FC Nürnberg auf die verletzten Michael Eberwein, Noah Klose und Moritz Seiffert verzichten. Nicht im Spieltagskader standen Torhüter Paul Bachmann, Benedikt Hoppe, Brahim Moumou, und Edon Krasniqi.

Spielverlauf: Die Club-Reserve war mit vielen Verstärkungen der Profis nach München gereist. Trotzdem wurden erstmals die Löwen in der 6. Minute gefährlich, jedoch stand Florian Niederlechner nach einer Hereingabe von rechts durch Tunay Deniz im Zentrum knapp im Abseits. Vitus Eicher musste bei einer etwas zu kurz geratenen Rückgabe von Mark Gevorgyan eingreifen, war aber letztlich vor Levin Chiumento am Ball (10.). Drei Minuten später prüfte Tobias Heß mit einem 20-Meter-Schuss aus zentraler Position Eicher erneut (13.). Mit einem Diagonalpass von rechts auf links zu Emre Erdogan sorgte Tunay Deniz für Unordnung in der Nürnberger Defensive. Nach Erdogans Flanke wurde der Ball hoch zu Deniz abgewehrt, der aus acht Metern zum Fallrückzieher ansetzte, aber die Kugel unter dem Raunen der Zuschauer knapp neben den linken Pfosten bugsierte (16.). Nach einer Flanke von halbrechts durch Gevorgyan wurde der Ball von den Nürnberger genau für die Füße von Deniz geklärt. Der war selbst überrascht, wie frei er stand, schloss mit Rücklage aus acht Metern deshalb zu überhastet ab und setzte die Kugel übers Club-Tor (22.). Erdogan bediente in der 26.  Minute Raphael Ott mit einem Chipball in den Strafraum, der kam aus dem Rücken seines Gegenspielers aus neun Metern halbrechts zum Kopfball, setzte die Kugel aber neben das lange Eck. Beinahe wäre Deniz mit einem Freistoß aus 25 Metern die Führung gelungen. Vom Zentrum aus leicht nach rechts versetzt traf er aber nur mit seinem Schuss das rechte Außennetz (34.). Teilweise zeigten die Löwen sehenswerte Kombinationen, hatten aber dann oft nicht das nötige Glück, um zum Abschluss zu kommen. Ein 18-Meter-Schuss von Dennis Dressel aus dem Zentrum nach einer kurz ausgeführten Ecke ging rechts am Tor vorbei (42.). Kurz vor der Pause setzte sich Ott auf der rechten Strafraumseite durch, kam bis zur Grundlinie, legte zurück auf Niederlechner. Dessen Schuss aus acht Metern kam aber genau auf FCN-Keeper Robin Lisewski, der parieren konnte (45.+1). Das war die letzte Aktion der 1. Halbzeit, in der die Löwen ein klares Chancenplus verzeichnen konnten.

Es waren keine 30 Sekunden gespielt, da brachte Noel Kaiser im Strafraum Erdogan zu Fall. Schiedsrichter Andreas Hummel zeigte sofort auf den Punkt. Deniz lief an, Lisewski ahnte die Ecke, aber gegen den platzierten Schuss war er machtlos. 1:0 für die Löwen (47.). In der 50. Minute die nächste Großchance, aber anstatt am linken Fünfmetereck selbst abzuschließen, passte Erdogan in die Mitte, wo die Nürnberger klären konnten. Nach einem Eckball von rechts durch Can Moustfa kam Joel Skowronek zum Kopfball, setzte die Kugel aber übers 1860-Tor (57.). In der 66. Minute legten die Löwen nach. Einen Eckball von rechts durch Deniz verlängerte Felix Weber per Fuß an der Fünfmeterkante zum 2:0 ins Nürnberger Tor. Die Gäste kamen zwar immer wieder in den Löwen-Strafraum, wurden dabei aber nie richtig gefährlich, weil die Sechzger konzentriert verteidigten. Nach einem Konter überlief der eingewechselte Fabio Wagner Nürnbergs Innenverteidiger Khalid Abu El Haija, konnte aber im letzten Moment vom zurückgeeilten Moustfa am Abschluss gehindert werden (77.). Auf der anderen Seite grätschte Gevorgyan eine gefährliche Hereingabe von rechts ab, hätte damit aber beinahe Eicher überwunden. Der Ball ging neben dem rechten Pfosten ins Tor-Aus (80.). Marco Soldic setzte nach einer feinen Einzelaktion am linken Fünfmetereck den Ball übers kurze Eck des 1860-Tores (83.). Der eingewechselte Julian Bell flankte nach einem Sprint an der rechten Außenlinie in die Mitte, wo Erdogan zum Abschluss kam, die Kugel aber neben das rechte Eck köpfte (86.). 90 Sekunden später war es erneut der agile Erdogan, der links seinem Gegenspieler entwischt war, er passte in die Mitte. Raphael Wach schloss aus acht Metern ab, doch Lisewski konnte parieren (88.). Eric Uhlmann prüfte unfreiwillig mit einem Querschläger Eicher, der die Kugel mit einem Reflex über die Latte lenkte (89.). Weber kam nach einem Freistoß von Lance Fiedler aus dem linken Halbfeld zum Kopfball, fand aber seinen Meister im FCN-Keeper, der den Ball zur Ecke abwehrte (90.+2). Damit blieb es beim hochverdienten 2:0. Mit dem Sieg machten die Löwen einen Sprung auf Platz drei.

TRAINERSTIMMEN

Löwen-Trainer Alper Kayabunar zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, auch wenn er in der 1. Halbzeit vom Spiel mit Ball seiner Mannschaft nicht sonderlich begeistert war. „Nürnberg hatte viel Kontrolle, aber wir haben geduldig auf Fehler des Gegners gewartet.“ In der Pause habe man dann einige Dinge angepasst, „um mehr Druck auf den Ball zu bringen. Wir kommen dann mit dem Elfmeter gut in die 2. Halbzeit.“ Das 2:0 freute den 40-Jährigen besonders. „Standards waren diese Woche im Training ein Thema“, kommentierte er das 2:0 nach einer Ecke. „Es freut mich für die Jungs, dass es aufgegangen ist. Der Sieg war verdient.“ Erst für Mittwoch setzte Kayabunar die nächste Übungseinheit an. „Die Spieler haben sich den Wiesnbesuch verdient nach sieben Punkten aus der Englischen Woche – auch  wenn mehr drin gewesen wäre.“ Das Klettern auf Rang drei bewertete der Löwen-Coach positiv. „Aber noch wichtiger ist das Gefühl, wieder zu Hause gegen eine gute Mannschaft zu Null gewonnen zu haben. Ich habe immer gesagt, wenn wir uns weiterentwickeln und aus unseren Fehlern lernen, so wie heute, dann kommen die Ergebnisse von allein!“

Auch Nürnbergs Trainer Andreas Wolf sprach von einem verdienten Sieg für die Löwen. „Ich ärgere mich aber über zwei Aktionen. In der 1. Halbzeit wird ein Spieler von uns gehalten, der frei durch gewesen wäre.“ Den Elfmeter, der zur 1860-Führung führte, empfand der frühere Profi als zu hart. „Sechzig hat auf unsere Fehler gewartet und sie eiskalt ausgenutzt.“


STENOGRAMM, 10. Spieltag, 20.09.2026, 15 Uhr

TSV 1860 München – 1. FC Nürnberg II 2:0 (0:0)

1860: 30 Eicher (Tor) – 24 Gevorgyan, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 18 Uhlmann, 14 Dressel – 22 Ott, 36 Deniz, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 23 Musa (Tor) – 2 Bell, 8 Wach, 9 Wagner, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 18 Collins, 25 Dordan, 39 Estermann.

FCN: 13 Lisewsk (Tor) –22 Kaiser, 44 Abu El Haija, 36 Mandic, 43 Heß – 38 Osawe, 48 Soldic. 35 Kornwachs – 42 Horst, 9 Chiumento, 28 Moustfa.
Ersatz: 31 Pohlmann
(Tor) – 3 Gjini, 5 Menig, 6 Fuchs, 10 Kirsch, 16 Klos, 17 Wiezorrek, 39 Skowronek, 49 Maboa Dibamba.

Wechsel: Wagner für Ott (60.), Bell für Gevorgyan (83.), Wach für Niederlechner (83.), Dordan für Deniz (90.), Ortivero Calderon für Erdogan (90.) – Skowronek für Osawe (46.), Fuchs für Chiumento (57.).

Tore: 1:0 Deniz (47., Foulelfmeter), 2:0 Weber (66.).
Gelbe Karten: Niederlechner, Erdogan –.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Andreas Hummel (Betzigau/Wildpoldsried); Assistenten: Jonas Krzyzanowski (Neuburg/Donau), Tim Bruckner (Waltenhofen-Hegge); Vierter Offizieller: Dennis Martin (Grafenwöhr).