DFB-Pokal: Löwen scheitern unglücklich mit 0:2 an Kiel

Die Löwen zeigten ein begeisterndes Pokalspiel – vor allem in der 2. Halbzeit – mussten sich am Ende unglücklich mit 0:2 Zweitligist Holstein Kiel geschlagen geben. Phil Harres hatte die Störche in der 34. Minute in Führung gebracht. Als die Sechzger in der Schlussphase alles nach vorne warfen, traf Guillermo Balzi zum Endstand (90.+4).

Personal: In der 1. Runde des DFB-Pokals musste Löwen-Trainer Alper Kayabunar auf die verletzten Brahim Moumou, Damjan Dordan und Noah Klose verzichten sowie auf Loris Husic, der vom Training freigestellt ist, um sich einen neuen Verein zu suchen. Torhüter Stefan Musa und Edon Krasniqi spielten abends zuvor in der U21 gegen den FC Deisenhofen (1:1).

Spielverlauf: Das Spiel begann mit einer tollen Choreographie zu „60 Jahre Deutsche Meisterschaft“. Die erste Chance hatten die Gäste bereits in der 3. Minute. Jonas Therkelsen war an der Strafraumkante zum Abschluss gekommen, zielte aber rechts am Tor vorbei. Der Zweitligist übernahm sofort das Kommando. Nach einem Ballgewinn am gegnerischen Strafraum flankte Michael Eberwein von rechts an den zweiten Pfosten auf Lance Fiedler, aber Ivan Nekic ging dazwischen, klärte zur Ecke (15.). Diese brachte Tunay Deniz von links ins Zentrum, die Störche klärten, aber der Ball landete bei Fabio Wagner, der an der Strafraumkante zum Abschluss kam, aber seinen Schuss etwas zu hoch ansetzte (16.). Im Gegenzug flankte Adrian Kapralik von rechts an den Fünfmeterraum, der eingelaufene Faride Alidou kam zwar an die Hereingabe, brachte sie aber nicht aufs 1860-Tor (17.). Die Partie nahm nun Fahrt auf, wurde immer hitziger. In der 21. Minute spielte Therkelsen auf der linken Seite Julian Bell aus, tauchte frei vor Vitus Eicher auf, schoss den Ball am Löwen-Keeper vorbei, doch der zurückgeeilte Lasse Faßmann konnte den Schuss für den geschlagenen Eicher klären (22.). In der Mitte beschwerte sich der vollkommen freistehende Phil Harres, dass ihn Therkelsen nicht angespielt hatte. Beinahe hätte Deniz in der 27. Minute die Führung für die Löwen erzielt. Einen Fehlpass der Kieler in der gegnerischen Hälfte nahm er direkt, sein 60-Meter-Schuss ging über Torwart Lio Rothenhagen hinweg, aber auch knapp über die Querlatte. Im Gegenzug tauchte Kapralik halbrechts im Strafraum frei vor Eicher auf, schoss aber knapp am langen Eck vorbei (28.). Nach einem abgewehrten Einwurf von links chipte Kapralik halbrechts die Kugel an den Fünfmeterraum, wo sich Harres geschickt abgesetzt hatte, frei zum Kopfball kam und Eicher zur Kieler Führung überwand (34.). Beinahe hätte „Schlitzohr“ Deniz die passende Antwort gegeben. Einen Freistoß aus dem linken Halbfeld schoss er mit rechts direkt aufs Tor, Keeper Rothenhagen, der eine Flanke erwartet hatte, konnte nur mit Mühe den Ball um den linken Pfosten lenken (37.). Kurz vor der Pause musste Eicher nach einem 18-Meter-Schuss von Therkelsen, den er über die Latte lenkte, nochmals eingreifen (45.+2). Die Norddeutschen nahmen die knappe Führung, die aufgrund der klareren Chancen in Ordnung ging, mit in die Kabine.

Unverändert gingen beide Teams in die 2. Halbzeit. Nach einem sehenswerten Doppelpass mit Dennis Dressel drang Emre Erdogan halblinks in den Strafraum ein, sein Abschluss wurde jedoch zur Ecke geblockt (48.). Ein 23-Meter-Schuss von Dressel ging knapp am linken Eck vorbei (50.). Die Löwen machten in dieser Phase Druck., ohne aber zu klaren Möglichkeiten zu kommen. Eine gefährlich von links mit rechts reingedrehte Ecke von Lance Fiedler klärte Hiroki Sekine für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie (68.). In der 72.  Minute konterten die Löwen, Tolkin trat im Sechzehner Mark Gevorgyan in die Hacken, der fiel. Die Sechzger forderten Elfmeter, aber Schiedsrichter Felix Weller ließ weiterspielen. Dressel schloss aus 20 Metern aufs rechte untere Eck ab, doch Rothenhagen war unten, parierte den Schuss (73.). Kiel kam immer mehr in die Bredouille. Nur mit Mühe konnte der Kieler Torhüter einen 22-Meter-Freistoss von Fiedler abwehren (75.). In der 77. Minute kam Arian Ortivero Calderon für Verteidiger Julian Bell, ordnete sich gleich im Sturmzentrum ein. Wagner setzte sich in der 83. Minute auf der rechten Seite durch, zog nach innen, sein Linksschuss aus 18 Metern ging aber deutlich am langen Eck vorbei. Mit  Glück und vielen kleinen Fouls,  die immer wieder den Spielfluss der Sechzger hemmten, rettete sich der Zweitligist über die Zeit, erzielte sogar mit der letzten Aktion des Spiel noch das 2:0 durch Gullermo Balzi (90.+4) und zog in die 2. Runde des DFB-Pokals ein. Die Löwen kassierten trotz großen Kampfs ihre erste Saison-Niederlage.

TRAINERSTIMMEN

Löwen-Trainer Alper Kayabunar war trotz der Niederlage einfach „sehr stolz auf die Leistung nach der Englischen Woche“. Der Plan sei weitgehend aufgegangen. „Wir wollten mutig spielen und die Fans mitnehmen.  Die Jungs haben viel investiert, hatten auch in der 1. Halbzeit ihre Möglichkeiten, leider war das Spielglück bei Tunays Direktschuss nicht auf unserer Seite.“ So wäre sein Team in Führung gegangen und nicht der Gegner wenig später. „In der 2. Halbzeit haben wir es besser gemacht, hatten hohe Ballgewinne. Leider ist heute der Ball nicht reingefallen.“ Dabei meinte er besonders die Szene des Eckballs von Lance Fiedler. „Das wollten wir genau so, das haben wir trainiert.“ Das 0:2 mit dem Abpfiff sei nicht mehr relevant gewesen. „Natürlich hätte uns das in die Karten gespielt“, kommentierte er die Szene in der 1. Halbzeit, in der Jonas Therkelsen nach Foul mit gestrecktem Fuß gegen Julian Bell nur Gelb sah, die TV-Bilder aber zeigten, dass Rot die adäquate Karte gewesen wäre. „Der Support war überragend. Die Mannschaft hat sich über 90 Minuten als Einheit präsentiert. Wir haben das trotz schwieriger Wochen hinbekommen. Wir nehmen viele positive Sachen aus dem Spiel mit.“

Kiels Trainer Tim Walter zeigte sich von der Atmosphäre im Grünwalder Stadion begeistert. „Die Stimmung war 1A. So kann’s mit den Löwen weitergehen“, wünschte er als „Wahl-Münchner“ dem Verein alles Gute. „Die 1. Halbzeit hatten wir alles im Griff, hätten höher führen können. Nach der Pause haben wir die Ruhe verloren, uns gegen aufopferungsvoll kämpfende Löwen das Leben selbst schwer gemacht.“ Sein Team habe dem Druck und der Atmosphäre aber standgehalten. „Daraus werden wir lernen. Letztlich haben wir gewonnen und nichts anderes zählt im Pokal!“


STENOGRAMM, 1. Runde, DFB-Pokal, 22.08.2026, 18 Uhr

TSV 1860 München – KSV Holstein Kiel 0:2 (0:1)

1860: 30 Eicher (Tor) – 2 Bell, 33 Faßmann, 6 Hoppe, 47 Fiedler – 10 Deniz, 14 Dressel – 9 Wagner, 13 Eberwein, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann, (Tor) – 4 Weber, 5 Collins, 8 Wach, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 21 Seiffert, 24 Gevorgyan, 39 Estermann.

KSV: 41 Rothenhagen (Tor) – 32 Sekine, 13 Nekic, 26 Zec, 47 Tolkin – 28 Meffert –20 Kapralik, 8 Balzi, 17 Alidou, 10 Therkelsen – 19 Harres.
Ersatz: 1 Weiner
(Tor) – 3 Takahashi, 5 Madsen, 6 Ivezic, 11 de Regt, 15 Davidsen, 22 Reimers, 27 Ugoh, 40 Parduzi.

Wechsel: Wach für Deniz (65.), Gevorgyan für Niederlechner (65.), Ortivero Calderon für Bell (77.), Leone für Wagner (88.), Seiffert für Erdogan (88.) – Davidsen für Therkelsen (55.), de Regt für Alidou (55.), Parduzi für Tolkin (82.), Reimers für Kapralik (82.).

Tore: 0:1 Harres (34.), 0:2 Balzi 90.+4).
Gelbe Karten: Dressel – Therkelsen, Tolkin, Sekine, Davidsen.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Felix Weller (Grund); Assistenten: Christian Bandurski (Überruhr), Dominic Stock (Rheda); Vierter Offizieller: Manuel Bergmann (Erbach).

 

Pressekonferenz nach #M60KSV