Doppelpacker Fiedler & Traumtor Deniz: Löwen mit erstem Heimsieg
Die Löwen haben beim 3:0 über den TSV Schwaben Augsburg den ersten Saison-Heimsieg unter Dach und Fach gebracht. Lance Fiedler sorgte mit einem Doppelpack vor der Pause für die Führung (10. und 35.). Zu Beginn der 2. Halbzeit traf Tunay Deniz erneut per Traumtor zum Endstand (49.).
Personal: Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste gegen Schwaben Augsburg auf die verletzten Noah Klose und Moritz Seiffert verzichten. Nicht im Spieltagskader standen Torhüter Paul Bachmann, Brahim Moumou, Damjan Dordan, Edon Krasniqi und Ludwig Estermann.
Spielverlauf: Nach zwei Minuten unterlief Lasse Faßmann ein Lapsus, er verstolperte auf der linken Defensivseite an der Außenlinie den Ball. Levis Schaber schnappte sich die Kugel, ging in den Strafraum, passte scharf an den zweiten Pfosten, wo Mark Gevorgyan gerade noch vor der einschussbereiten Lukas Ramser zur Ecke klären konnte (2.). Einen Fehler der Schwaben-Hintermannschaft im Aufbau nutzten die Löwen in der 10. Minute eiskalt und konsequent zur Führung. Raphael Ott eroberte im Halbfeld den Ball, passte sofort in die Tiefe auf den gestarteten Lance Fiedler, der halblinks an der Strafraumkante mit rechts abschloss und flach ins lange Eck zum 1:0 traf. In der 14. Minute spielte Ott auf der rechten Seite im Strafraum Michael Eberwein an, der leitete den Ball mit der Hacke zu Florian Niederlechner weiter, der rechts an Torwart Maximilian Riel vorbeizog, den Ball aus spitzem Winkel aufs Tor brachte, wo er aber von einem Augsburger Spieler geklärt wurde. Auf der anderen Seite schloss Levis Schaber aus dem Rückraum ab, Fiedler fälschte den Schuss im Strafraum gegen die Laufrichtung von Vitus Eicher ab, nur um Zentimeter ging die Kugel am rechten Pfosten vorbei (16.). Das war eine wilde Auftaktphase. Danach beruhigte sich das Spiel etwas. Nach einer Ecke von rechts durch Felix Schwarzholz war es Benedikt Krug, der aufs Löwen-Tor köpfte, doch der Ball senkte sich als Bogenlampe genau in die Arme von Eicher (34.). Nach einem Ballgewinn von Tunay Deniz an der Mittellinie chipte er die Kugel in den freien Raum auf die linke Seite. Fiedler ging hinterher, legte sich an der linken Strafraumkante den Ball auf seinen starken rechten Fuß und knallte ihn ins rechte Kreuzeck zum 2:0 (35.). Es war bereits der 3. Saisontreffer des 19-jährigen Außenverteidigers! Drei Minuten später eine ähnliche Szene. Ott hatte links an die Strafraumkante auf Fabio Wagner gepasst, der zog aus 15 Metern mit rechts ab, der Ball schrammte diesmal jedoch knapp am langen Eck vorbei (38.). Wenig später passte Gevorgyan auf der rechten Seite in den Strafraum, Deniz schloss direkt aus acht Metern aus der Drehung ab, zielte knapp über den Querbalken (39.). So blieb es bei der Zwei-Tore-Führung für die Löwen zur Pause.
Die 2. Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Einen 28-Meter-Freistoß von Deniz konnte Elias Rogg, der für den verletzten Reil gekommen war, mit einer Glanzparade noch abwehren (48.). Den anschließenden Einwurf führte der Mittelfeldregisseur selbst aus, er schleuderte die Kugel weit in den Strafraum. Der Ball wurde abgewehrt und landete über Dennis Dressel wieder bei Deniz, der ihn sechs Meter vorm rechten Strafraumeck volley nahm und ihn zur Überraschung von Rogg zum 3:0 ins kurze Eck hämmert (49.). Schon wieder ein Traumtor des 32-Jährigen nach seinem 65-Meter-Treffer im letzten Spiel in Vilzing! Glück hatten die Löwen in der 57. Minute, als nach einem abgewehrten Eckball von links der Ball genau vor den Füßen von Johannes Rehwald landete, der am Elfmeterpunkt frei zum Abschluss kam, der Schuss aber von einem 1860-Spieler abgewehrt wurde. Wagner entwischte auf der rechten Seite seinem Gegenspieler, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Keeper Rogg (64.). In der Schlussphase fehlte den Löwen etwas die Konzentration, um das Ergebnis noch höher gestalten zu können, denn die Räume zum Kontern wären dagewesen. Im Gegenteil: Eicher musste außerhalb seines Strafraums gegen Benjamin Omenlo klären, verletzte sich dabei (82.). Zum Glück ging es für den Keeper nach kurzer Behandlungspause weiter. Drei Minuten später rutschte Felix Weber im Sechzehner im Zweikampf mit Schaber weg, aber der eingewechselte Eric Uhlmann bereinigte die brenzlige Situation mit einer beherzten Grätsche (85.). In der 88. Minute traf Dressel nur Aluminium. Rogg hatte einen Schuss von Emre Erdogan abgewehrt, der 1860-Kapitän nahm den Abpraller aus acht Metern direkt aus der Luft, setzte ihn an die Latte. Am Ende war es unterm Strich ein sicherer Heimsieg – der erste in dieser Saison!
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Alper Kayabunar war erleichtert über den ersten Heimsieg der Saison. „Wir sind sehr froh über das Ergebnis und die Art und Weise, wie es zustande kam.“ Er musste aber eingestehen, dass sein Team Glück hatte, als Lasse Faßmann wegrutschte, lobte in dieser Szene aber Mark Gevorgyan, der nachsetzte du das Gegentor verhinderte. „Bei der ersten Aktion hat Lance gut den Fehler zum 1:0 ausgenutzt. Das war wichtig. Das zweite Tor macht er überragend“, lobte er den 19-jährigen Linksverteidiger Lance Fiedler. „Wir hatten viel Kontrolle mit Ball. In der 2. Halbzeit wollten wir die Null halten und das 3:0 nachlegen. Heute hat Vieles funktioniert“, zeigte sich der 40-Jährige zufrieden, „Am Dienstag geht es schon wieder weiter. Da müssen die Jungs wieder Gas geben“, fordert Kayabunar von seinem Team.
Schwaben Augsburgs Coach Marco Zupur sprach davon, dass die Enttäuschung groß sei. „Wir sind nicht schlecht ins Spiel gekommen, hatten die erste Möglichkeit, um in Führung zu gehen, geraten dann durch einen individuellen Fehler in Rückstand“, ärgerte sich der Trainer der „Schwabenritter“. „Danach hatte Sechzig eine super Phase, wo wir wenig Zugriff hatten.“ Für die 2. Halbzeit habe man sich viel vorgenommen, „dann haben wir unglücklich das 0:3 kassiert. Am Ende war es ein absolut verdienter Sieg für Sechzig!“
STENOGRAMM, 8. Spieltag, 11.09.2026, 18.60 Uhr
TSV 1860 München – TSV Schwaben Augsburg 3:0 (2:0)
1860: 30 Eicher (Tor) – 24 Gevorgyan, 4 Weber, 33 Faßmann, 47 Fiedler – 36 Deniz, 14 Dressel – 22 Ott, 13 Eberwein, 9 Wagner – 7 Niederlechner.
Ersatz: 23 Musa (Tor) – 2 Bell, 6 Hoppe, 8 Wach, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 18 Collins, 19 Erdogan, 39 Uhlmann,
TSA: 1 Reil (Tor) – 22 Krug, 11 Fackler-Stamm, 24 Herzig – 30 Schaber, 6 Krauss, 8 Schwarzholz, 5 Ruisinger – 37 Rehwald, 10 Ramser – 27 Schäfer.
Ersatz: 25 Rogg (Tor) – 7 Makowski, 13 Ebeling, 16 Waigl, 17 H-Wold, 21 Omenlo, 23 Luburic, 29 Banden, 33 Bektas.
Wechsel: Erdogan für Ott (61.), Uhlmann für Deniz (72.), Wach für Wagner (72.), Ortivero Calderon für Niederlechner (86.), Collins für Eberwein (86.) – Rogg für Reil (46.), Ebeling für Ruisinger (63.), H-Wold für Krug (63.), Luburic für Schäfer (72.), Omenlo für Rehwald (72.).
Tore: 1:0 Fiedler (10.), 2:0 Fiedler (35.), 3:0 Deniz (49.).
Gelbe Karten: – Krauss.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Andreas Dinger (Bischofsgrün); Oliver Barnert (Bayreuth), Daniel Reich (Heubach); Vierter Offizieller: Markus Mühlbauer (Degernbach).