Erneut Remis: Löwen spielen nach Führung nur 1:1 in Fürth

Die Löwen haben es erneut nicht geschafft, nach einer guten 1. Halbzeit und Führung die drei Punkte mitzunehmen. Michael Eberwein hatte die in der 7. Minute das 1:0 erzielt, Jakob Engel glich per Foulelfmeter zum 1:1-Endstand aus (65.).

Personal: In Fürth musste Löwen-Trainer Alper Kayabunar verletzungsbedingt auf Noah Klose und Moritz Seiffert verzichten. Nicht im Kader standen Torhüter Paul Bachmann, Brahim Moumou, Cristian Leone, Edon Krasniqi und Ludwig Estermann.

Spielverlauf: Die Löwen übernahmen vom Anpfiff weg die Initiative. Ein Freistoß aus 30 Metern zog Tunay Deniz direkt aufs Fürther Tor, Jakob Krautkrämer touchierte den Ball noch leicht mit dem Kopf, Silas Prüfrock im Kleeblatt-Tor war irritiert, ließ den Ball nach vorne abprallen, Michael Eberwein war zur Stelle, versenkte die Kugel aus sieben Metern zum 1:0 ins rechte Eck (7.). Zwei Minuten später kam halbrechts Schalke Leihgabe Mika Wallentowitz halbrechts aus 15 Metern zum Schuss, setzte die Kugel aber ans rechte Außennetz (9.). In der 12. Minute leitete Eberwein die Kugel im Strafraum auf Florian Niederlechner weiter, der halblinks an der Fünfmeterkante aber aus der Drehung den Ball nicht traf. Die Sechzger machten weiter Druck, konnten sich aber zunächst keine weiteren klaren Möglichkeiten erspielen. Nach einem flachen Eckball von links durch Deniz kam der Ball halblinks im Strafraum zu Niederlechner. Der zielte aus zehn Metern aufs lange Eck, Prüfrock machte sich lang, konnte den Schuss abwehren (27.). Bei einem Querpass im Strafraum der Fürther ging Raphael Ott dazwischen, sein Abschluss aus zwölf Metern wurde jedoch gerade noch geblockt (32.). In der 40. Minute konterten die Kleeblättler, Wallentowitz flankte von rechts an den zweiten Pfosten, wo Omar Megeed gegen Felix Weber aus sechs Metern zum Abschluss kam, der Ball ging aber am langen Eck vorbei (40.). Somit blieb es bei der knappen Führung der Sechzger zur Pause.

Beinahe hätten die Mittelfranken mit der erste Offensivaktion der 2. Halbzeit den Ausgleich geschossen. Einen Eckball von rechts durch Loris Giandomenico nahm David Güners aus acht Metern direkt, verfehlte aber knapp das rechte Eck (48.). Die Fürther waren jetzt präsenter, setzten die Löwen unter Druck, die etwas zu passiv agierten. Eine flache Hereingabe von Deniz verpasste der eingelaufenen Niederlechner am ersten Pfosten per Grätsche nur knapp (61.). Zwei Minuten später pfiff Schiedsrichter Maximilian Riedel nach einem Zweikampf zwischen Dressel und Balliu im 1860-Strafraum Elfmeter (63.). Jakob Engel schnappte sich die Kugel, ließ Vitus Eicher keine Chance, wuchtete die Kugel rechts unter die Latte zum 1:1 (65.). Fast wäre den Sechzgern die direkte Antwort gelungen. Niederlechner kam auf der rechten Seite fast bis zur Grundlinie, legte den Ball zurück auf Fabian Wagner, der halbrechts aus zwölf Metern schloss, aber genau auf Prüfrock im kurzen Eck zielte (66.). Die Löwen schalteten nach Ballgewinn schnell um, Niederlechner wurde auf die Reise geschickt, steuerte frei Richtung Tor, war aber nicht schnell genug, um selbst abzuschließen.  Seine Hereingabe auf den mitgelaufenen Emre Erdogan konnte der Fürther Keeper abfangen (74.). Zwei Minuten später kam Wallentowitz rechts im Strafraum aus 15 Metern zum Abschluss, setzte den Ball aber knapp übers lange Eck des 1860-Tores (76.). Im Anschluss an einen Freistoß von Deniz aus dem Halbfeld bugsierte der eingelaufene Niederlechner die Kugel aus sieben Metern aufs Tor, doch Prüfrock vereitelte mit einem Reflex den Einschlag (79.). Beide Teams spielten in der Schlussphase mit offenem Visier. In der 88. Minute wollte Eberwein im Strafraum quer auf den vollkommen freistehenden Niederlechner legen, aber ein Fürther brachte noch die Fußspitze dazwischen, vereitelte die Großchance. Nach einer abgewehrten Ecke flankte Julian Bell die Kugel aus dem Halbfeld direkt in den Strafraum, Eberwein wollte aus zehn Metern Prüfrock überköpfen, setzte den Kopfball aber nicht hoch genug an, so dass der Keeper zupacken konnte (90.+1). Am Ende bleib zwar die Serie der ungeschlagenen Spiele für die Sechzger bestehen, aber erneut gaben die Löwen eine Führung in der 2. Halbzeit aus der Hand.

TRAINERSTIMMEN

„Wir wollten natürlich heute unbedingt gewinnen, den nächsten Dreier holen“, machte Löwen-Trainer Alper Kayabunar aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. „Ich glaube, dass wir in der 1. Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Wir hatten viel Kontrolle und das Tor zu einem guten Zeitpunkt erzielt. In der 1. Halbzeit haben wir nichts zugelassen.“ Zu Beginn der 2. Halbzeit hätte sein Team eine Phase gehabt, „wo wir keinen Druck auf den Ball bringen, wo Fürth dann viel Kontrolle hatte. Mit dem Elfmeter, den wir verursachen, fällt dann der Ausgleich.“ Zufrieden war er mit der Reaktion. „Die Jungs haben am Ende richtig gefightet, alles reingehauen und viele Möglichkeiten erspielt. Wir waren ein paar Mal in der Box, wo wir ein Tor hätten erzielen können. Leider hat es nicht funktioniert. So geht das Spiel eben 1:1 aus.“ Zufrieden sei er mit dem Ergebnis nicht. „Die Unentschieden ärgern mich, es sind einfach zu viele“, stellte der 40-Jährige klar.

Julian Kolbeck, der Trainer der Fürther U23, sah seinen Matchplan weitgehend aufgegangen. „Die 1. Halbzeit war noch ein Stück weit kontrollierter von uns. Da waren wir kompakter gestanden, Sechzig hatte mehr Anteile, vor allem im Ballbesitz. Sie gehen dann durch einen unglücklichen Abpraller vom Torwart in Führung.“ Trotzdem hätte es seine Mannschaft schon in Durchgang eins über weite Strecken gut gemacht. „Wir haben wenig zugelassen, vorne aber auch nicht die klare Chance gehabt.“ In der Pause habe er dann Anpassungen vorgenommen. „Wir haben die Dynamik weiter nach vorne gelegt, standen im Pressing höher. Die 2. Halbzeit war sehr, sehr ordentlich. Wir haben einen echt guten Ansatz gefunden und ich denke auch verdient den Ausgleich über den Elfmeter geschossen. Es war eine klare Leistungssteigerung nach dem Wechsel.“


STENOGRAMM, 9. Spieltag, 15.09.2026, 18.60 Uhr

SpVgg Greuther Fürth II – TSV 1860 München 1:1 (0:1)

SGF: 1 Prüfrock (Tor) – 7 Krautkrämer, 14 Scholz, 15 Benkara, 17 Giandomenico – 35 Engel, 8 Müller – 9 Wallentowitz, 6 Megeed, 40 Balliu – 24 Günes.
Ersatz: 12 Guttenberger
(Tor) – 4 Bennis, 13 Rachinger, 18 Memokoh, 20 Lober, 21 Pereira Mendes, 22 Osei-Tutu, 30 Leuthard, 39 Marita.

1860: 30 Eicher (Tor) – 24 Gevorgyan, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 36 Deniz, 14 Dressel – 22 Ott, 13 Eberwein, 9 Wagner – 7 Niederlechner.
Ersatz: 23 Musa (Tor) – 2 Bell, 6 Hoppe, 8 Wach, 12 Ortivero Calderon, 18 Collins, 19 Erdogan, 25 Dordan, 39 Uhlmann.

Wechsel: Pereira Mendes für Benkara (69.) Osei-Tutu für Günes (69.), Leuthard für Wallentowitz (84.), Marita für Giandomenico (84.), Memokoh für Balliu (90.+4) – Bell für Gevorgyan (46.), Erdogan für Wagner (69.), Wach für Ott (84.), Uhlmann für Deniz (84.).

Tore: 0:1 Eberwein (7.), 1:1 Engel (65., Foulelfmeter).
Gelbe Karten: Scholz – Gevorgyan.
Zuschauer: 4.825 Sportpark Ronhof Thomas Sommer.
Schiedsrichter: Maximilian Riedel (Horgau); Assistenten: Michael Krug (Grünwald), Maximilian Kroepfl (Fürth); Vierter Offizieller: Jürgen Lehmann (Trogen).