Chancenwucher der Löwen: 1:3-Niederlage in Burghausen

Die Löwen betrieben beim SV Wacker Burghausen Chancenwucher, kassierten mit 1:3 ihre erste Saison-Niederlage. Jannis Turtschan hatte die Gastgeber in Führung gebracht (17.), Emre Erdogan glich noch vor der Pause aus (39.). Nach Wiederanpfiff stand Wacker mächtig unter Druck, doch die Sechzger vergaben beste Möglichkeiten. Das machten die Gastgeber besser. Der eingewechselte Maximilian Schuhbauer (76.) und Benedikt Schwarzensteiner (89.) trafen zum Endstand.

Personal: Löwen-Trainer Alper Kayabunar musste in Burghausen verletzungsbedingt auf Vitus Eicher, Michael Eberwein, Noah Klose, Moritz Seiffert und Lasse Faßmann verzichten. Benedikt Hoppe fehlte wegen einer Roten Karte aus dem U21-Spiel. Nicht im 20er-Kader stand Brahim Moumou, der mit der U21 fast zeitgleich beim FC Ismaning spielte. Paul Bachmann kam durch die Verletzung von Eicher zu seiner Regionalliga-Premiere.

Spielverlauf: Die Partie begann mit zehnminütiger Verspätung, weil der BR live die Entscheidung der deutschen Olympia-Bewerbung aus Baden-Baden übertrug und diese etwas länger dauerte. Die Löwen warteten gerne, weil München den Zuschlag erhielt. Schließlich ist das ein wichtiger Baustein für den Ausbau des Grünwalder Stadions, das als Spielstätte für den olympischen Fußball vorgesehen ist.

Zunächst passierte nach Anpfiff wenig vor den Toren. Die erste gefährliche Szene hatten die Gastgeber. Noah Agbaje setzte sich auf der linken Seite durch, passte an den zweiten Pfosten, wo Jannis Turtschan freistehend lauerte, doch die flache Hereingabe konnte Lance Fiedler gerade noch klären (9.). Den ersten Torschuss der Löwen gab Fiedler ab, doch der Abschluss aus 19 Metern nach Zuspiel von Raphael Ott ging weit übers Wacker-Tor (13.). Ein 20-Meter-Schlenzer von der rechten Strafraumseite durch Louis Stegmiller senkte sich gefährlich aufs lange Eck, setzte jedoch auf der Oberkante der Latte auf (15.). Zwei Minuten später war es passiert. Stegmiller hinterlief Mark Gevorgyan, kam dadurch frei auf der linken Seite zum Flanken, der eingelaufene Turtschan am ersten Pfosten war vor Eric Uhlmann am Ball, traf aus fünf Metern zum 1:0 ins lange Eck (17.). Ein 21-Meter-Schuss von Dennis Dressel mit links aufs rechte Eck wurde sichere Beute von Markus Schöller im SVW-Tor (20.). Zwei Minuten später musste der Wacker-Keeper erst bei einem Abschluss von Tunay Deniz aus der Drehung, dann von Florian Niederlechner eingreifen (22.). Die Sechzger waren jetzt besser im Spiel. Nach einer Hereingabe von links durch Emre Erdogan legte Ott den Ball per Kopf für Niederlechner auf, der im Fünfmeterraum ebenfalls per Kopf abschloss, aber Schöller aus vier Meter genau auf der Schulter traf (25.). Ein direkter Freistoß halblinks aus 25 Meter wehrte Schöller mit den Fäusten zur Seite ab. Kurz danach lief Gevorgyan die rechte Tor-Auslinie mit dem Ball entlang, passte scharf in den Fünfmeterraum, wieder war der SVW-Keeper zur Stelle, wehrte die Hereingabe ab (28.). Burghausen kam in dieser Phase nicht aus der eigenen Hälfte, die Löwen blieben aber trotz Überlegenheit ohne Treffer. Als sich die Gastgeber wieder gefangen hatten, führte ein Konter zum Ausgleich. Erdogan ging mit Tempo auf der linken Seite auf und davon, zog im Strafraum außen an Benedikt Schwarzensteiner vorbei, schloss dann mit links im Strafraum ab und traf durch die Beine von Schöller zum 1:1 (39.). Wenig später passte Erdogan von links in die Mitte, Luca Lechner konnte vor Deniz klären, der Ball kam zu Ott, der halbrechts aus zwölf Metern zum Abschluss kam, doch die Kugel rutschte ihm über den Spann, ging so weit übers Wacker-Tor (41.). Gevorgyan traf mit seinem Schuss von der Strafraumkante in der 45. Minute nur einen Wacker-Spieler, auch der Nachschuss von Ott wurde geblockt. Kurz vor der Pause musste der bereits angeschlagen ins Spiel gegangene SVW-Kapitän und Ex-Löwe Felix Bachschmid verletzt das Feld verlassen (45.+3). Mit 1:1 wurden die Seiten getauscht.

Die Löwen kamen druckvoll aus der Kabine, erspielten sich Chance um Chance. Gevorgyan setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte gefühlvoll in die Mitte, wo der eingelaufene Deniz die Hereingabe aufs Tor köpfte, jedoch zu unplatziert, so dass Schöller zugreifen konnte (48.). In der 53. Minute legte Ott den Ball gefühlvoll in den Lauf von Erdogan, der links am Strafraum zum Abschluss kam, aber knapp am langen Eck vorbeizielte. Ein Fallrückzieher von Ott aus zwölf Metern nach Einwurf von rechts durch Deniz ging knapp übers lange Eck (60.). Plötzlich hatten die Gastgeber eine Konterchance, doch Bachmann warf sich im Strafraum gegen Maximilian Schuhbauer auf den Ball, entschärfte so die Situation (61.). Auf der anderen Seite wurde ein Kopfball von Niederlechner auf der Linie geklärt (63.). Zwei Minuten später kam der Stürmer halbrechts an der Strafraumkante zum Schuss, doch der SVW-Keeper fischte die Kugel aus dem langen Eck (65.). Wacker wackelte bedenklich, fiel aber nicht! In der 76. Minute stellte der eingewechselte Schuhbauer das Spiel auf den Kopf. Nach Pass von Moritz Leitner tauchte er frei vor Bachmann auf, schob den Ball zum 2:1 ins 1860-Tor ein. Danach ging bei den Sechzgern nicht mehr fiel zusammen. Burghausen zog sich weit zurück, versuchte vorne den schnellen Marc Sodji einzusetzen. Ein Distanzschuss von Dennis Dressel landete deutlich neben dem Tor (88.). Die Entscheidung fiel eine Minute später. Eine Hereingabe von rechts durch Noa-Gabriel Simic legte Sodji für Benedikt Schwarzensteiner auf, der aus acht Metern vollkommen frei zum Scherenschlag ansetzte und zum 3:1 Bachmann überwand (89.). Damit war die erste Saison-Niederlage der Sechzger besiegelt.

TRAINERSTIMME

Löwen-Trainer Alper Kayabunar sah keinen guten Start seiner Mannschaft in die Partie. „Wir hatten Probleme, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Trotzdem haben wir das Tor sehr einfach kassiert.“ Der 40-Jährige lobte jedoch die Moral. „Die Jungs haben sich gut zurückgekämpft, sich ins Spiel reingebissen. Mitte der 1. Halbzeit hatten wir viel Zugriff, viel Kontrolle, haben uns Chancen erarbeitet und dann auch zurecht den Ausgleich geschossen. Vielleicht haben wir es in dieser Phase vor der Pause verpasst, in Führung zu gehen.“ Mit dem Auftritt nach Wiederanpfiff war er zufrieden. „Wir sind richtig gut aus der Halbzeit gekommen, haben ein gutes Spiel gemacht über eine sehr lange Phase. Leider musste ich verletzungsbedingt zweimal wechseln, was in dem Augenblick ein bisschen den Bruch gebracht hat und wir in einem Umschaltmoment einfach das Tor zum 1:2 kassieren.“ Danach wäre sein Team angerannt. „Burghausen hat dann mit der gefühlt dritten Torchance das dritte Tor erzielt.“ Letztlich habe die Chancenverwertung den Ausschlag zu Gunsten der Gastgeber gegeben. „Wir haben sehr viele Möglichkeiten gehabt und müssen mindestens zwei bis drei Tore in diesem Spiel schießen. Und das war einfach der Unterschied, dass Burghausen aus wenig viel gemacht hat und wir aus viel sehr wenig.“


STENOGRAMM, 11. Spieltag, 26.09.2026, 14.45 Uhr

SV Wacker Burghausen – TSV 1860 München 3:1 (1:1)

SVW: 1 Schöller (Tor) – 13 Lechner, 3 Schwarzensteiner, 18 Hofherr – 21 Stegmiller, 7 Gordok, 17 Bangerter, 23 Turtschan – 10 Agbaje, 6 Bachschmid, 19 Diowo.
Ersatz: 22 Brinkmann (Tor)
– 8 Wagner, 9 Sodji, 14 Dinkler, 15 Gertig, 16 Simic, 25 Müller, 27 Leitner, 37 Schuhbauer.

1860: 1 Bachmann (Tor) – 24 Gevorgyan, 18 Uhlmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 25 Dordan, 14 Dressel – 27 Ott, 10 Deniz, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 23 Musa (Tor) – 2 Bell, 5 Collins, 8 Wach, 9 Wagner, 12 Ortivero Calderon, 17 Leone, 34 Krasniqi, 39 Estermann.

Wechsel: Wagner für Bachschmid (45.+2), Sodji für Hofherr (46.), Schuhbauer für Diowo (57.), Simic für Agbaje (57.), Leitner für Bangerter (72.) – Wach für Ott (66.), Wagner für Weber (72.), Bell für Dordan (72.), Ortivero Calderon für Gevorgyan (82.).

Tore: 1:0 Turtschan (17.), 1:1 Erdogan (39.), 2:1 Schuhbauer (76.), 3:1 Schwarzensteiner (89.).
Gelbe Karten: Hofherr, Schuhbauer – Gevorgyan, Fiedler, Wagner.
Zuschauer: 8.828 im flatbuy-Stadion an der Liebigstraße.
Schiedsrichter: Assad Nouhoum (Oberweikertshofen); Assistenten: Ilirjan Morina (Landau/Isar), Michael Krug (Grünwald); Vierter Offizieller: Johann Fuchs (Oberviechtach).

 

Alper Kayabunar nach #SVWM60