Trainer Kayabunar warnt vor Eltersdorf & „Zockern in der Offensive“

Die Löwen reisen zum letzten Auswärtsspiel der Hinrunde in der Regionalliga Bayern zum SC Eltersdorf. Anpfiff im ELSNER Sportpark Erlangen (Langenaustr. 17, 91058 Erlangen) ist am Sonntag, 8. November 2026 um 15 Uhr. Der Bayerische Rundfunk (BR) überträgt die Partie kostenlos im Livestream. Abrufbar ist die Übertragung auf www.br24sport.de, in der BR24-App sowie in der ARD Mediathek.

Zunächst war das letzte Heimspiel gegen Buchbach, dass die Löwen in der Schlussphase nach 2:3-Rückstand drehen konnten, nochmals Thema. „Wenn du gewinnst, ist es immer ein positives Gefühl“, sagt 1860-Chefcoach Alper Kayabunar über den 4:3-Sieg. „Wir haben viele Sachen gut gemacht, aber auch welche, die nicht so gut waren. Am Ende überwiegt jedoch die Freude über die drei Punkte.“

Seine Mannschaft sei gut ins Spiel gekommen. „Wir wollten aggressiv und hoch anlaufen, den Gegner zu Fehlern zwingen. Das ist uns in zwei Situationen gut gelungen. Bitter nur, dass wir nach einem Befreiungsschlag und den verlorenen direkten Duellen in Rückstand geraten.“ Der Trainer erzählt, dass er in dieser Phase trotzdem ein richtig gutes Gefühl gehabt habe. „Mir war klar, dass wenn wir so weitermachen, wir relativ schnell den Ausgleich erzielen und in Führung gehen werden.“ Das bewahrheitete sich auch. „Dann sind wieder zwei, drei Situationen, die wir gegen den Ball nicht so gut machen.“ Und diese bestrafte Buchbach gnadenlos zur 3:2-Halbzeitführung. „Das haben wir in der Pause besprochen. Trotzdem fand ich, dass wir in der 1. Halbzeit mit Ball ein richtig gutes Spiel gemacht haben.“

Das konnte er vom zweiten Durchgang jedoch nicht behaupten. „Wir sind mit zu wenig Energie aus der Pause gekommen“, monierte Kayabunar. Erst die offensiven Wechsel hätten eine Änderung herbeigeführt. „Nach dem 3:3 hat man gemerkt, dass die Mannschaft unbedingt gewinnen wollte. Sie hat vorne attackiert.“ Ihm zeige dieser Wille, wie sich das Team im Laufe der Saison weiterentwickelt habe. „Wichtig war, dass wir am Ende die drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten mitnehmen konnten.“

Die Mannschaft habe aus den letzten beiden Spielen, die gewonnen wurden, viel Selbstvertrauen geschöpft. „Das können wir mit nach Eltersdorf nehmen, auch wenn es ein komplett anderes Spiel wird“, findet der 40-jährige Coach. Für ihn ist die Partie im Erlanger Stadtteil eine Premiere. „Ich hatte als Trainer noch nie ein direktes Duell mit Eltersdorf.“

Live hat er die Mittelfranken in dieser Spielzeit bereits gesehen und sogar im Grünwalder Stadion beim 1:0-Erfolg über den FC Bayern II. Seine Erkenntnis: „Sie stehen defensiv kompakt, operieren viel mit langen Bällen, schalten schnell um.“ Aber im Gegensatz zum letzten Auswärtsgegner VfB Eichstätt findet Kayabunar, dass sie fußballerisch im letzten Drittel besser seien. „Sie gehen nicht nur auf zweite Bälle, sondern ins Dribbling, suchen Eins-gegen-Eins-Situationen und den Abschluss.“ Dazu hätten sie „ein paar Zocker in der Offensive“ in ihren Reihen. Auffällig sei zudem, dass Eltersdorf seine Punkte vorwiegend gegen spielerisch gute Mannschaften geholt hat. Letztlich gehe es aber darum, die eigenen Stärken auf den Platz zu bringen. „Wir wissen jedoch auch, wo Eltersdorf seine Schwächen hat.“

In der vergangenen Woche sind keine neuen Kranken- oder Verletztenfälle bei den Löwen hinzugekommen. Im Gegenteil: Zuletzt konnten sich Spieler aufgrund der Personalsituation in den Vordergrund spielen, die bis dahin wenig Einsatzzeiten hatten. Gegen Buchbach war das Brahim Moumou „Er hatte großen Anteil daran durch seine Ideen und die Arbeit gegen den Ball, dass wir das Spiel gedreht haben. Er war nach seiner Einwechslung an beiden Toren beteiligt“, lobte ihn der Trainer. „‚Ibi‘ hat genau das gebracht, was wir von ihm erwartet haben.“

Damit erhöht er die Auswahl auf den offensiven Flügeln. Mit Emre Erdogan, Fabio Wagner, dem widergenesenen Raphael Ott und eben Moumou streiten sich vier Spieler um die beiden Plätze. Auch Noah Klose steht in der Offensive wieder zur Verfügung. „Das erhöht natürlich den Konkurrenzkampf.“ Bisher habe sich der 20er-Kader mehr oder weniger selbst aufgestellt. „Das wird für uns als Trainerteam eine schwierige Aufgabe, wenn wir mit nach Eltersdorf nehmen. Das war in den letzten Wochen anders.“ Nun habe man die Möglichkeit, bei der Personalauswahl gezielt auf den Gegner und auf Trainingsleistungen zu reagieren. „Wir entscheiden, bei wem wir das beste Gefühl haben“, erklärt Kayabunar.

In dieser Saison ist es den Löwen noch nicht gelungen, drei Siege am Stück einzufahren. „Das ist sicher eine Extramotivation“, sagt der Löwen-Coach, „aber wir haben immer Bock zu gewinnen.“ Letztlich, so betont er erneut, gehe es aber um Entwicklung. „Wir sind unserer Linie immer treu geblieben, haben uns auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Im Vergleich zu Saisonbeginn sind wir stabiler.“ Die derzeitigen Diskussionen, wer überhaupt aus der Regionalliga Bayern eine Lizenz für die 3. Liga beantragt, lässt Kayabunar und die Mannschaft kalt. „Wir können ohnehin nur unsere Leistung beeinflussen, schauen deshalb nur auf uns selbst und versuchen, die bestmögliche Platzierung hinzukriegen.“ Da schaut es mittlerweile sehr gut aus. Seit dem Buchbach-Sieg liegen die Sechzger auf Platz zwei in der Tabelle!


MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

SCE: 1 Hofmann (Tor) – 20 Akimoto, 14 Ort, 28 Marx, 4 Stütz – 23 Feulner, 10 Göbhardt – 18 Stark, 16 Niedermayer, 27 Renner – 9 Jassmann.
Ersatz: 25 Churilov, 30 Prenzler (beide Tor)
– 2 Floros, 3 Rutkowski, 5 Perera, 6 Eggerer, 7 Strobel, 8 Sommer, 11 Sengül, 13 Said, 15 Fischer, 17 Arles, 19 Böhnke, 22 keck 34 Rexhepi, 42 Rippert.
Es fehlen: 21 Karmann.

1860: 30 Eicher (Tor) – 6 Hoppe, 33 Faßmann, 4 Weber, 47 Fiedler – 25 Dordan, 14 Dressel – 17 Leone, 13 Eberwein, 19 Erdogan – 7 Niederlechner.
Ersatz: 1 Bachmann, (Tor) – 2 Bell, 5 Collins, 8 Wach, 9 Wagner, 11 Moumou, 12 Ortivero Calderon, 20 Klose, 21 Seiffert, 22 Ott, 34 Krasniqi, 39 Estermann.
Es fehlen: 18 Uhlmann, 23 Musa, 24 Gevorgyan, 36 Deniz.

Schiedsrichter: Johannes Hamper (Katschenreuth);; Assistenten: Oliver Barnert (Bayreuth), Marcel Bargel (Staffelstein); Vierter Offizieller: Daniel Reich (Heubach).

 

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