U19 fehlt Durchschlagskraft bei 1:3-Niederlage im Derby

Die Löwen-U19 ließ im Derby in der Offensive die nötige Konsequenz vermissen, unterlag dem FC Bayern mit 1:3. Wisdom Imade (19.) und Erblin Osmani (43.) hatten die Roten in Führung gebracht, Manuel Curic gelang in der stärksten Phase der Sechzger der Anschluss (64.). Ein Foulelfmeter, den Erblin Osmani sicher verwandelte, führte die Gäste endgültig auf die Siegerstraße (84.).

Die erste Chance des Spiels hatte die Sechzger. Efe Karakoc war auf der  linken Seite bis zur Grundlinie gekommen, seine Hereingabe an die Fünfmeterkante auf den eingelaufenen Valentin Bannert konnten die Roten klären (5.). Drei Minuten später wurde es auch erstmals gefährlich vorm 1860-Tor. Einen Schuss von Erblin Osmani konnte Manuel Curic drei Meter vor dem Tor blocken (8.). Mit einem Schuss von der rechten Strafraumseite traf Frank Egwuatu nur das Außennetz des 1860-Tores (15.). Glänzend reagierte Luca Scholl zwei Minuten später, als nach einer Rechtsflanke Egwuatu am  zweiten Pfosten vollkommen frei zum Flugkopfball kam, aber am Junglöwen-Keeper scheiterte (17.). Im direkten Gegenzug bediente Arda Efe fast von der linken Grundlinie Efe Karakoc, der aber aus sieben Metern den Ball nicht unter Kontrolle bekam (18.). Die Führung für die Bayern fiel nach dem direkten Konter. Wisdom Imade schloss links im Strafraum aus 13 Metern mit rechts frei ab, versenkte die Kugel zum 1:0 für die Gäste im langen Eck (19.). Ein 20-Meter-Freistoß halblinks von Karakoc ging deutlich am kurzen Eck vorbei (23.). Die Konter der Junglöwen konnten die Roten immer wieder unterbinden, weil zum einen die Überzeugung fehlte, zum anderen sich immer wieder Ungenauigkeiten einschlichen. Nach einem Eckball von links durch Michael Matosevic an den zweiten Pfosten brachte Rayan Moumouni das Spielgerät nicht aufs Tor (31.). Ein 17-Meter-Linksschuss von Bannert landete genau in den Armen von David Podar-Stuibe (32.). Nach einem Pass tief in den Strafraum von Ben Wohlketzetter kam Bannert im Zweikampf zu Fall, für einen Elfmeterpfiff reichte es aber nicht (38.). In der 43. Minute sogar das 2:0 nach einem an und für sich ungefährlichen Freistoß. Matosevic hatte von links den Ball aufs kurze Eck gechipt, der eingelaufene Eblin Osmani irritierte Scholl, touchierte die Kugel noch leicht, die der 1860-Keeper dann ins eigene Netz abwehrte (43.). Mit 0:2 aus Junglöwen-sicht ging es in die Pause.

Kurz nach Wiederanpfiff kam Karakoc am linken Strafraumeck mit rechts zum Abschluss, seinem Schuss fehlte aber der Druck, um den FCB-Keeper vor Probleme zu stellen (48.).  Vier  Minuten später dribbelte sich Paul Sturm durch den gegnerischen Strafraum, legte von der linken Grundlinie zurück auf Patrik Lacic, dessen Schussversuch aus acht Metern wurde abgewehrt, der Ball kam zu Wohlketzetter halbrechts im Strafraum, der ihn aus zehn Metern direkt nahm, ihn aber nicht entscheidend drücken konnte (52.). Die Riesenchance zum Anschlusstreffer hatten die Junglöwen in der 56. Minute. Nach einem Fehlpass des Bayern-Torwarts steuerte Karakoc über halblinks aufs Tor zu, doch zögerte zu lange mit dem Abschluss, so dass ihn Moumouni im letzten Moment abgrätschen konnte. Nach der anschließenden Ecke von links kam Manuel Curic am zweiten Pfosten zum Kopfball, setzte die Kugel aber neben den rechten Pfosten (56.). Nach einem zunächst  abgewehrten Freistoß von Arda Efe kam der Ball zu Curic am zweiten Pfosten, der in aufs kurze Eck köpfte, Podar-Stuibe war zwar mit der Hand dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern (64.). Auf der anderen Seite prüfte der eingewechselte Matteo Maric Keeper Scholl  mit einem 14-Meter-Schuss aufs lange Eck (67.). Im Anschluss an einen Eckball von rechts durch Efe kam Edon Krasniqi am zweiten Pfosten zum Schuss, Ludwig Estermann war noch mit dem Kopf dran, die Kugel prallte an die Latte des langen Ecks (70.). Bei einem Schuss von Erblin Osmani von der Strafraumkante war Scholl unten (74.). In dieser Phase hatten sich die Gäste wieder gefangen. In der 83. Minute pfiff Schiedsrichter Jonas Jäcker Elfmeter für die Roten. Estermann hatte Skender Nuraj im Strafraum zu Fall gebracht. Erblin Osmanie verwandelte sicher zum 3:1 (84.). In der Nachspielzeit konnte Podar-Stuibe einen Schuss von Sturm aus spitzem Winkel aufs lange Eck abwehren, aber am Fünfmeterraum war kein Sechzger, der den Abpraller verwerten konnte (90.+1). Die Junglöwen versuchten bis zum Schluss alles, hatten aber an diesem Tag einfach nicht die nötige Durchschlagskraft.

„Es war grundsätzlich kein schlechtes Spiel. Vielleicht waren wir in der 1. Halbzeit ein bisschen verhalten, nicht ganz so griffig und bissig, wie man vielleicht ein Derby spielen sollte, einfach zu abwartend“, analysierte Junglöwen-Coach Jonas Schittenhelm. „Trotzdem war es auch in der 1. Halbzeit ein offenes Spiel, bei dem Bayern nicht so viele Chancen hatte. Der Freistoß kurz vor der Pause, der zum 0:2 führte, tat richtig weh.“

Der 40-Jährige bemängelte, das sein Team, gerade im ersten Durchgang, „dass wir die Umschaltmomente, die wir hatten, nicht klar ausspielen. Wenn wir da die letzten Bälle durchstecken, dann kriegen wir sicherlich mehr Chancen.“ Nach der Pause habe seine Mannschaft ein gutes Spiel gezeigt. „Da haben wir das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir waren griffiger und bissiger, haben schärfer angelaufen in Eins-gegen-Eins-Situationen. Die Möglichkeiten waren da, nochmals ranzukommen. Schade, dass uns das nicht gelungen ist!“

Ein Derby zu verlieren, mache sicher keinen Spaß, so Schittenhelm weiter. „Aber so ist es, wir haben jetzt drei Wochen durch Pokal und Länderspiele Pause. In der Zeit werden wir sauber arbeiten und dann geht es erneut um Punkte. Wir werden wieder angreifen“, verspricht der Coach.


STENOGRAMM

U19-DFB-Nachwuchsliga, Vorrunde, Gruppe D
6. Spieltag, 13.09.2026, 11 Uhr
TSV 1860 München – FC Bayern München 1:3 (0:2)

1860: Scholl (Tor) – J. Osmani, Curic, Estermann, Efe – Wohlketzetter (62., Keller), Krasniqi, Lacic (89., O’Bryant) – Sturm, Bannert (62., Murad), Karakoc (78., Kawele).

Tore: 0:1 Imade (19.), 0:2 E. Osmani (43.), 1:2 Curic (64.), E. Osmani (84., Foulelfmeter).
Gelbe Karten: Wohlketzetter, Karakoc, Estermann, Kawele – Schmid, Matosevic, Schaff.
Zuschauer: 600 1860-Trainingsgelände.
Schiedsrichter: Jonas Jäcker (Polling); Assistenten: Philip Reimann (München), Elias Kleß (Hollenbach).