U21 kämpft gegen Widerstände und spielt 2:2 beim TuS Geretsried

Die U21 der Löwen holte beim 2:2 in Geretsried einen Punkt, obwohl sie das Spiel nur mit acht Feldspielern nach Rot für Emirhan Agzikara (24.) und Gelb-Rot gegen Efe Karakoc (76.) beendete. Paul Bachmann parierte einen Elfmeter (25.). Die Führung der Gastgeber durch Srdan Ivkovic (33.) drehten die Sechzger nach der Pause durch Valentin Bannert (62.) und Luis Pereira de Azambuja (69.) in ein 2:1. Nathan Winkler traf für den TuS zum Endstand (79.).

Es waren keine 30 Sekunden gespielt, da zückte Schiedsrichter Jakob Putz die erste Gelbe Karte gegen Fares Ibrahim. Es sollte beileibe nicht die einzige bleiben. Den ersten Torschuss gab Paul Sturm in der 9. Minute ab, doch Cedomir Radic hatte mit dem Abschluss aus 19 Metern keine allzu großen Probleme. Eine gefährliche Hereingabe von rechts durch Edon Krasniqi senkte sich gefährlich aufs Tor, doch Radic hatte aufgepasst, konnte mit den Fingerspitzen die Kugel über die Latte lenken (12.). Nach einer Viertelstunde hatten auch die Gastgeber ihren ersten Torschuss durch Balmin Idrizovic, sein 18-Meter-Abschluss ging aber knapp übers rechte Kreuzeck (15.). Besser war die Möglichkeit vier Minuten später. Srdan Ivkovic hatte den Ball halbrechts im Strafraum auf Alex Bazdrigiannis gelupft, dessen Schuss von der rechten Fünfmeterkante parierte Paul Bachmann mit einem Reflex zur Ecke (19.). Im Anschluss an eine Ecke kam es zwischen Emirhan Agzikara und Ivkovic abseits des Balles zu einem Gerangel, dass die Assistentin dem Schiedsrichter anzeigte. Der unterbrach die Partie und zeigte dem Löwen-Verteidiger glatt Rot (24.). Doch dabei beließ er es nicht, sondern gab auch noch Elfmeter für Geretsried. Ivkovic lief an, zielt hoch links in die Ecke, aber Bachmann hatte das geahnt, parierte den Schuss (25.). Trotzdem hatten die Sechzger in Unterzahl die Chance zur Führung. Paul Sturm flankte von links an den zweiten Pfosten, wo ein Geretsrieder Verteidiger gerade noch vor dem hinter im lauernden Krasniqi zur Ecke retten konnte (32.). Aus dieser entwickelte sich das 1:0 für die Gastgeber. Die Ecke wurde abgewehrt, Krasniqi kam im Halbfeld an den Ball, wollte ihn zurück zu Bachmann passen, aber spielte die Kugel genau in die Füße des gestarteten Ivkovic, der von der Mittellinie durchstartete, an der Strafraumkante abzog und ins rechte Eck des 1860-Tores traf (33.).  Das war natürlich eine kalte Dusche! Kurz vor der Pause hatten die kleinen Löwen nochmals die Chance zum Ausgleich. Nach einer Linksflanke von Sturm kam Ibrahim aus acht Metern relativ unbedrängt zum Kopfball, setzte die Kugel aber deutlich übers TuS-Tor (45.).

Kurz nach Wiederanpfiff waren auch die Gastgeber ebenfalls nur noch zu Zehnt. Ivkovic trat Deniz Haimerl bei einem hohen Ball unmotiviert in die Beine, auch hier zückte Schiri Putz sofort Rot (47.). Bei numerischem Gleichstand übernahmen wieder die Sechzger das Kommando. Nach einem Eckball von links durch Luis Pereira de Azambuja kam kein Sechzger am Fünfmeterraum entscheidend zum Abschluss, dann kam die Kugel nochmals von rechts durch Sturm in die Mitte, doch der Kopfball von Haimerl ging über die Querlatte (54.). Ein gefährlicher 18-Meter-Schuss von Sturm aufs rechte untere Eck konnte Radic zur Ecke abwehren (56.). Machtlos war er in der 62. Minute. Nach einem Ballgewinn an der Mittellinie passte Sturm halblinks in die Tiefe auf Valentin Bannert, Radic kam ihm entgegen, wehrte den Ball ab, der prallte aber von Bannert nach vorne. Aus fünf Meter traf der Stürmer zum 1:1 ins leere Tor. Die Sechzger setzten nach. Nach einem Freistoß von Pereira de Azambuja aus dem rechten Halbfeld kam Bannert zwar zum Abschluss, war aber zu überrascht, dass der Ball zu ihm durchgerutscht war, so dass er ihn aus sieben Metern nicht platzieren konnte (64.). In der 69. Minute die Führung. Einen Einwurf von rechts durch Krasniqi verlängerte Bannert mit dem Kopf auf Pereira de Azambuja, der halbrechts aus Zehn Metern den Ball direkt aus der Luft nahm und ihn im langen Eck zum 2:1 versenkte. Absolut überzogen war die Gelb-Rote Karte gegen Efe Karakoc (76.). Der Stürmer, der sieben Minuten zuvor die Gelbe Karte gesehen hatte, schloss halblinks an der Strafraumkante ab, in der Aktion hatte der Unparteiische wegen eines Fouls von Bannert jedoch abgepfiffen. Trotzdem wertete er Karakocs Abschluss als Ballwegschlagen. Auch für ihn war damit das Spiel vorzeitig zu Ende. Damit hatten die Löwen für die Schlussphase nur noch acht Feldspieler auf dem Platz. Drei Minuten später der glückliche Ausgleich für Geretsried. Edin Hyseni hatte von rechts geflankt, Pereira de Azambuja wehrte die Hereingabe nach hinten ab, wo Nathan Winkler aus 20 Metern mit der rechten Innenseite direkt abschloss und neben den rechten Pfosten zum 2:2 ins 1860-Tor traf (79.). In der Schlussphase passierte nicht mehr viel vor den Toren, so dass sich beide Mannschaften die Punkte teilten.

In den ersten 20 Minuten hatte U21-Coach Christoph Rech ein ausgeglichenes Spiel gesehen mit je zwei Chancen auf beiden Seiten. „Dann bekommen wir die Rote Karte gegen uns und den Elfmeter, den Paul super hält“, lobte er seinen Keeper. „Leider kriegen wir dann nach einem Fehlpass doch noch vor der Pause das 0:1.“

Für den zweiten Durchgang stellten die Trainer Rech und Wolfgang Sonnenhauser wegen der Unterzahl taktisch um. „Wir haben uns neu sortiert, hatten einen guten Plan, und der war dann nach zwei Minuten – im positiven Sinne – wieder hinfällig“, umschrieb Rech die Rote Karte gegen Geretsried.  „Spätestens ab der Gleichzahl waren wir wieder richtig gut im Spiel, hatten viele Aktionen nach vorne und haben Fußball gespielt. Die Jungs haben es echt gut gemacht. Wir konnten verdientermaßen ausgleichen und in Führung gehen. Leider bekommen wir dann relativ schnell nach dem 2:1 die Gelb-Rote Karte gegen Efe Karakoc.“

Mit dieser Entscheidung haderten die Löwen-Trainer. „Wir haben dann mit acht Feldspielern wieder umgestellt, kriegen dann aber zu schnell das 2:2. Danach hatten wir den Gegner wieder gut im Griff.“ Man müsse mit dem Unentschieden leben. „Wenn du so lange in Unterzahl spielst, dann muss man den Punkt akzeptieren und mitnehmen. Vieles ist heute gegen uns gelaufen. Trotzdem sind die Jungs als Mannschaft aufgetreten und haben gegen die Widerstände angekämpft und sie gut gemeistert“, lobte er das Engagement und die Mentalität. „Der Auftritt als Team, die Geschlossenheit und dass jeder alles reingeworfen und investiert hat, war wirklich beeindruckend.“


STENOGRAMM

U21 Bayernliga Süd, 18. Spieltag, 07.11.2026, 14 Uhr
TuS Geretsried – TSV 1860 München 2:2 (1:0)

1860: 1 Bachmann (Tor) – 2 Krasniqi, 23 Curic (46., 14 Bannert), 5 Agzikara, 4 Haimerl, 3 Efe – 15 Estermann – 7 Gosalci (38., 11 Karakoc), 10 Sturm (79., 21 Rost), 18 Pereira de Azambuja – 9 Ibrahim (67., 16 Wohlketzetter).

Tore: 1:0 Ivkovic (33.), 1:1 Bannert (62.), 1:2 Pereira de Azambuja (69.), 2:2 Winkler (79.).
Gelbe Karten: Idrizovic, Winkler – Ibrahim, Haimerl, Pereira de Azambuja.
Gelb-Rote Karten: – Karakoc (76.).
Rote Karten Karten: Ivkovic (47.) – Agzikara (24.).
Bes. Vorkommnis: Bachmann hält Foulelfmeter von Ivkovic (25.).
Zuschauer: 250 Isaraustadion.
Schiedsrichter: Jakob Putz (Ringelai); Assistentinnen: Katrin Filser (Bruckberg), Silke Ascher (Dreisessel).