Wiesn 2026: Die Löwen im Hacker-Festzelt
Die Löwen besuchten am Dienstag, 29. September 2026, das 191. Oktoberfest. Die Mannschaft weilte zusammen mit Partnern und Gästen auf der Empore im Hacker-Festzelt.
Gemeinsam fuhr die Mannschaft in ihrer Angermaier Tracht mit ihren Frauen, Freundinnen oder Lebensgefährtinnen im Bus Richtung Theresienwiese, wo der gemeinsame Wiesn-Besuch im Hacker-Festzelt zu einer festen Tradition gehört. Wie gewohnt nahm die komplette Mannschaft um Vitus Eicher, Michael Eberwein, Felix Weber, Tunay Deniz oder Florian Niederlechner zusammen mit Cheftrainer Alper Kayabunar und dem Staff auf der Empore im „Himmel der Bayern“ Platz, um mit Sponsoren und Partnern in geselliger Wiesn-Atmosphäre anzustoßen. Begrüßt wurden sie von Gastgeber Jörg Biebernick, CEO der Paulaner Brauerei Gruppe, zu der auch Hacker-Pschorr gehört. Auch das Präsidium mit Gernot Mang, Christian Dierl, Peter Schaefer und Heinz Schmidt war vollständig erschienen, ebenso die Geschäftsführer Thomas Probst und Manfred Paula.
Unter den Gästen war auch Oberbürgermeister Dominik Krause. Es war das erste Zusammentreffen mit dem 1860-Präsidium nach der Olympia-Entscheidung am vergangenen Samstag pro München als deutscher Kandidat für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die Löwen erhoffen sich dabei in Bezug auf das Grünwalder Stadion, das als Spielstätte für das olympische Fußball- und Rugby-Turnier vorgesehen ist, eine starke Unterstützung beim Um- und Ausbau der Giesinger Kultstätte. 1860-Präsident Gernot Mang überreichte Krause ein Löwen-Heimtrikot, Sportbürgermeisterin Verena Dietl ein Auswärtstrikot. „Das bekommt bei mir im Büro einen Ehrenplatz“, sagte der OB freudig.
Anschließend wurden Krause und Präsident Mang von den Medienvertretern darüber befragt, was die Entscheidung in Baden-Baden konkret für das Grünwalder Stadion bedeute: „Übergeordnet muss man feststellen, das Olympia einen wahnsinnigen Schub für unsere ganze Infrastruktur bringt, vor allem für den Sport in der Stadt. Ganz konkret erhoffen wir uns eine finanzielle Unterstützung des Freistaates und vom Bund. Da fangen die Gespräche aber erst an. Mit dem Freistaat waren wir schon sehr eng vor dem Vorentscheid. Jetzt sind wir deutsche Bewerberstadt, d.h. auch der Bund ist mit im Boot“, erklärte der 36-jährige Oberbürgermeister. In den nächsten Wochen seien die ersten Gesprächstermine mit den beteiligten vereinbart. „Ich hoffe, dass wir mit ersten Ergebnissen rauskommen, dass wir danach konkret wissen, was für eine Unterstützungsleistung wir für unsere Sport-Infrastruktur bekommen."
Wie groß die Unterstützung durch die Stadt für das Grünwalder Stadion sein wird, hänge auch davon ab, wie groß die von Freistaat und Bund ausfallen werden. Dabei gehe es nicht allein um Sportstätten, sondern um ein ganzes Paket von Investitionsmaßnahmen. Der nächste größere Step stehe dann im Frühjahr 2027 an, wenn das IOC konkrete Bewerber für die jeweiligen Vergaben der Olympischen Spiele nominiere.
„Es geht jetzt darum, die nächsten Schritte zu machen, sich mit der Stadt zusammensetzen und einen Zeitplan festzulegen“, sagt Präsident Mang. „Für uns ist die Olympiabewerbung als TSV 1860 München Gold wert. Wir stehen wie kein anderer Münchner Verein für den Breitensport: Boxen, Leichtathletik oder Rhythmische Sportgymnastik. Und wir werden mit Hinblick auf Olympia 2036, 2040 oder 2044 mit der Stadt eng zusammenarbeiten und unsere Erfahrung mit hineingeben.“ Mang lobte den Oberbürgermeister für dessen Engagement in Sachen Grünwalder Stadion in den höchsten Tönen. „Er hat uns viele Türen geöffnet. Wir haben zusammen eine Machbarkeitsstudie gestartet und werden jetzt die gute Zusammenarbeit einfach fortführen.“
Das Lob gab Krause postwendend zurück. „Der Amtswechsel zu Gernot Mang hat dem Austausch mit der Stadt sehr gutgetan. Wir hatten uns auch schon vor der Wahl das erste Mal unterhalten. Neben allen finanziellen und rechtlichen Gegebenheiten, die wir noch klären müssen, freue ich mich als Nachbar vom Stadion darauf, wenn wir dort eine neue Anlage stehen haben und die Stimmung im Viertel noch besser wird. Die Spieltage sind einfach bombastisch", outete sich der Oberbürgermeister als absoluter Fan. Er freue sich auch darauf, Olympia in Giesing zu haben.
Groß feiern war für die Löwen-Mannschaft auf der Empore im „Himmel der Bayern“ aber nicht angesagt. Am Samstag geht’s im zweiten Wiesn-Heimspiel gegen die SpVgg Ansbach. Dort will man nach der unnötigen 1:3-Niederlage am vergangenen Wochenende bei Wacker Burghausen den nächsten Dreier folgen lassen. Trotzdem nahmen die Löwen den Termin auf dem Oktoberfest ernst, freuten sich darauf und hatten ihren Spaß. „Das gehört bei Sechzig zur Tradition, das tut uns nach dem Wochenende und der Niederlage ganz gut, hier die Köpfe freizukriegen“, ließ Tunay Deniz wissen. Cheftrainer Kayabunar hatte – im Gegensatz zu einigen Vorgängern – kein explizites Alkoholverbot oder eine Begrenzung des Bierkonsums ausgesprochen. „Jeder hat sich selbst unter Kontrolle“, erklärte Deniz. „Ich selbst trinke aus religiösen Gründen ohnehin keinen Alkohol, sondern nur Wasser oder Spezi.“
Apropos: Die Kapelle im Hacker-Festzelt war bestens auf den Besuch der Löwen vorbereitet. Zu den Klängen des „Sechzger-Marschs“ schwang Präsident Mang den Dirigentenstab, gab wie im Verein den Takt vor.